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Brauchtum: Karnevalsmuseum in Fischeln: Tolles Ornat und hunderte Orden

Brauchtum : Karnevalsmuseum in Fischeln: Tolles Ornat und hunderte Orden

Die Stiftung Heimatarchiv eröffnet ihr Karnevalsmuseum im Obergeschoss des Fischelner Rathauses. Eine kleine Schatztruhe.

Krefeld. „Eingang am Park“ — mit diesem Hinweis werden die Karnevalsfreunde werben müssen, wenn sie die Besucher in ihr neues Domizil dirigieren wollen. Denn die in einem Winkel verborgene Hintertür des Fischelner Rathauses, die die zwei Treppen in die zweite Etage freigibt, ist schwer zu finden. Oben werden die Besucher von einem zugegebenermaßen etwas steif wirkenden, dafür aber festlich gekleideten Prinzenpaar im vollen Ornat empfangen.

Brauchtum: Karnevalsmuseum in Fischeln: Tolles Ornat und hunderte Orden
Foto: Lothar Strücken

Die Schaufensterpuppen, die damit ausstaffiert sind, sind der Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval ebenso gespendet worden wie viel Farbe, Laminat oder Lampen. Alles wurde gebraucht, nachdem das Domizil am Korekamp in Oppum abgerissen und die Karnevalisten durch Vermittlung des damaligen Bürgermeisters Gregor Kathstede im Januar 2015 eine neue Bleibe in einer leerstehenden Wohnung im Obergeschoss des Fischelner Rathauses fanden.

Alles wurde neu gemacht, Wasser und Stromanschluss gelegt, das Bad gemacht, Aktenschränke vom Sperrmüll gerettet und aufgebaut. Geld-, Sachspenden und viele Freiwillige machten das Projekt möglich. Jetzt sind Wände und Schaukästen mit Wimpeln und Flaggen, Standarten und zahllosen Orden geschmückt, die aus zahllosen Umzugskisten wieder ans Tageslicht geholt wurden.

Rudi Neuhausen und Herbert Hölters hatten den Grundstein zur Sammlung gelegt. Irgendwann habe Neuhausens Gattin ihren Mann vor die Wahl „die Sammlung oder ich“ gestellt, erzählt der Stiftungsvorsitzende Helmut Hannappel schmunzelnd. Es war die Geburtsstunde des öffentlichen Archivs.

Für Karnevalsfreunde, ganze Schulklassen und besonders für die Prinzenpaare ist der Fundus eine Goldgrube. Neben den Puppen in Kostümen, Tischfahnen, Wimpeln und einer Chronik, in der die Prinzen und Rosenmontagszüge seit 1897 erfasst sind, gibt es Bildergalerien und Protokollbücher, Festschriften, Eintrittskarten, Mitgliedsausweise. Orden, nach Vereinen sortiert, und vieles mehr. Die Geschichte von rund 350 Krefelder Karnevalsvereinen ist dokumentiert. „Für einzelne Vereine“, sagt Helmut Kollekowski, „zeigen wir die ganze Geschichte auf.“

13 Bänder dokumentieren die Prinzenproklamationen in der Königsburg, es gibt Ton- und Bildaufnahmen von drei Rosenmontagszügen und zahllose Bücher über Karneval und das niederrheinische Brauchtum. Werner Krüger, 2. Vorsitzender der Stiftung Heimatarchiv, macht dennoch die Tür nicht zu. Nicht nur, weil in einem sechsten Zimmer noch Platz ist. Er nimmt gerne alle Karnevalssachen an, aus Nachlässen oder der aktuellen Session. „Schön wäre es natürlich, wenn wir aus der Session von jedem Orden ein Exemplar bekämen.“