Helmut II. regiert in Fischeln

Helmut Hannappel macht es schnell: Er schießt als Erster der Anwärter und zeigt sich dabei sehr treffsicher.

Fischeln. Die Spannung steigt. Viele interessierte Bürger und Schützen haben sich am Samstag vor dem Schießstand auf dem Marienplatz versammelt. Es ist Zeit für den letzten Schuss auf das sogenannte Zepter. „Traditionell ist es in Fischeln eine große Überraschung, wer Schützenkönig wird“, schallt die Stimme von Michael Blum über den Marienplatz, bevor er die Anwärter zum Schießstand bittet.

Helmut II. regiert in Fischeln
Foto: Andreas Bischof

Nach und nach melden sich gleich fünf Aspiranten auf den Fischelner Schützen-Thron bei dem Leiter des Königsvogelschießen. „Es kann aber nur einer König werden, das wisst ihr. Und das ist auch nicht ganz billig. Da kann man schon mal einen Sommerurlaub für verschieben“, sagt Blum und trägt so zur Erheiterung des Publikums bei.

Dann geht es auf einmal ganz schnell. Kurz nachdem die Reihenfolge der fünf Schützen festgelegt wurde, fällt der erste Schuss. „Wir haben einen neuen König“, ruft Blum. Helmut Hannappel fackelte nicht lange. Der erfahrene Schütze der 17. Kompanie ließ seinen Mitanwärtern keine Chance und reckte kurze Zeit später das Königs-Zepter dem Publikum entgegen.

„Ich hatte Glück, dass ich als Erster schießen durfte, und dann hat einfach alles gepasst“, sagt der neue Fischelner Schützenkönig, Helmut II. Der 61-jährige Inhaber eines Bestattungsunternehmens ist seit 25 Jahren Mitglied der Fischelner Schützen und nominierte gleich drei Minister: Sohn Holger Hannappel (21), Manfred Janhsen und Thomas Schlösserl. Janhsen wäre beim Schießen als Zweiter an der Reihe gewesen.

„Es freut mich, dass jemand aus unseren Reihen Schützenkönig geworden ist, da unsere Kompanie dieses Jahr auch 30-Jähriges Jubiläum feiert“, sagt der erste Vorsitzende der 17. Kompanie. Schützenkönig Helmut II. und Königin Monika feierten am Abend gemeinsam mit Bürgern und Schützen zur Musik der Coverband The Spotlights im Festzelt.

Auch am Freitag waren die Schützen in Feierlaune. Nach einem Festzug von der Clemensstraße zum Marienplatz wurde im Festzelt das scheidende Königshaus verabschiedet. Karl-Josef I. und Königen Sonja verabschiedeten sich nach der Frontabnahme von ihren Untertanen.

Am gestrigen Sonntag wurde dann der neue Jungschützenkönig ausgeschossen. Pierre Anbergen setzte sich gegen acht weitere Anwärter durch und schoss nach gut zwei Stunden den Vogel ab. Die Fischelner Schützen ließen danach mit einem musikalischen Frühschoppen bei herrlichem Sonnenschein ein gut besuchtes Wochenende ausklingen.

Auch abseits des Festzeltes war auf dem Marienplatz einiges los. Die „Prumetaatkirmes“ lud mit kindgerechtem Angebot Jung und Alt zum Verweilen und Pflaumenkuchen ein. Schaustellerin Ute Römgens hatte über das Wochenende alle Hände voll zu tun. „Es läuft hervorragend, auch weil das Wetter mitspielt“, sagt sie. Die Kirmes hat Montag noch geöffnet. Von 14 bis etwa um 23 Uhr laden die Schausteller zum Familientag. Auf dem Marienplatz stehen unter anderem Twister, Kinderkarussell und -flieger.