Heimische Küche auf dem Rückzug

Oft erinnern nur Schilder an traditionsreiche Gasthäuser.

Krefeld. An Esslokalen fehlt es gewiss nicht in Fischeln - doch die niederrheinische Küche wird immer seltener. Die heimische "Wieertschaff" (Restaurant), die niederrheinische "Küek" hat im alten Fischeln längst den Rückzug angetreten. Das "Dorf" ist international geworden Man isst italienisch, chinesisch, griechisch, türkisch...

Nur noch als Erinnerung an ein (gastronomisches) Fischeln von Gestern ragt ein Gasthaus-Schild in die Ecke Marien- und Anrather Straße: "Drießen-Schaar". Dieses gute Stück erinnert an ein gepflegtes Lokal, in dem man von "Altweiber" bis zu hohen Familienfesten alles feiern und außerdem exzellent mit niederrheinischen Einschlag speisen konnte.

Schon vor einigen Jahren gab das Ehepaar Marianne und Klaus Drießen-Schaar das von Vater Drießen einst übernommene Lokal aus der Jahrhundertwende auf.

Unter dem Namen "Drießen Schaar" war es rund um die Clemenskirche zum Begriff gepflegter Küche geworden. Im Frühjahr 2008 wurde es zu Wohnungen umgestaltet. Nur Optimisten hoffen, dass sich die Gasthaustüre doch noch einmal öffnet.

Noch weniger Hoffnung besteht für das einstige Restaurant "Zum Häschen", unter dessen Stammgästen von östlich der Kölner Straße sich die Hees-Gemeinschaft entwickelte. In den 80er Jahren schloss es. Nur eine Inschrift an der Außenwand erinnert an das "Restaurant".

Der Rückzug heimischer Gastronomie hatte schon in den 70er Jahren begonnen. Das Angebot einst mit einst über einem Dutzend einfacher bis gut bürgerlicher Speiselokale niederrheinischer Prägung im Ortskerns schrumpfte mehr und mehr.

Im Heimatarchiv des Bürgerverein Fischeln weiß man, dass die Ortsmitte in wenigen Jahren um ein Dutzend Gasthäuser - Kneipen nicht einbezogen -, ärmer wurde. Um nur einige den Alt- und älteren Neufischelner bekannte Namen zu nennen: Traube, Südpol, Post, Schmitten ("Zur Post"), Zum Häschen (Hees), Hufschmiede und "Zur Hufschmiede", auch "Zenz Marie", Stelten und Meyer (der Bäcker) gibt es nicht mehr.

Noch sind einige mit vorwiegend heimischer Küche da: "Gietz" alias "Zum Burghof" und das "Marieneck". Neu hinzu gekommen ist "Böhms Bierhaus" am Marienplatz.

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