Fischeln: Lkw rasen über die Spielstraße

Fischeln: Lkw rasen über die Spielstraße

Die Anwohner des Kaarster Wegs sind empört, weil viele Lastwagen ihre Straße als Zufahrtsweg zum Baugebiet nutzen.

Krefeld. Eigentlich wohnen Detlef und Anita Philipp in einer ruhigen Gegend. 1990 haben sie ihr Haus am Kaarster Weg in Fischeln gebaut - genau aus diesem Grund. Die Straße ist als Spielstraße ausgewiesen und zudem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gewicht gesperrt. "Es war immer so, wie wir uns das vorgestellt haben. Bis vor knapp einem Jahr das Baugebiet am Ortsausgang ausgewiesen wurde. Seitdem ist alles anders", erklärt Detlef Philipp und lächelt dabei ziemlich gequält.

Denn mit dem Baugebiet kamen die Lkw. Um dem zu Stoßzeiten oftmals dichten Verkehr auf der Kölner Straße zu entgehen, nutzen viele Baufahrzeuge und Pkw den Kaarster Weg und den benachbarten Büdericher Weg als willkommene Abkürzung. "Für den Baustellenverkehr wurde eigens eine Baustraße geschaffen, doch die fahren fast alle durch unsere Straße und das noch deutlich zu schnell", ist Philipp empört. Hinzu komme der starke Dreck, den die schweren Brummer bei ihrer Abfahrt aus dem Baugebiet verursachten und den die Anwohner zu entfernen hätten.

Auch die sonstigen Anwohner fühlen sich durch den regen Durchgangsverkehr gestört - nicht nur in ihrer Ruhe: "Ich lasse meine Kinder grundsätzlich nicht mehr auf der Straße spielen. Das ist mir zu gefährlich. Ein Wunder, dass noch nichts Schlimmes geschehen ist", erklärt Philipps Nachbarin Annette Wild.

Birgit Himmel und ihr Mann haben nach eigener Aussage sogar schon versucht, einen allzu forsch durchfahrenden Lkw mit dem Privatauto auszubremsen - ohne Erfolg: "Der ist einfach vorbeigezogen und hat nicht reagiert." Da kann Detlef Philipp von ganz anderen Begegnungen berichten: "Mir hat ein Fahrer sogar schon Prügel angedroht, als ich ihn darauf hingewiesen habe, die Baustraße zu benutzen."

Um die Situation zu entschärfen, halten die Anwohner verschiedene Lösungsvorschläge bereit, die von Geschwindigkeitsmessungen über bepflanzte Verkehrsinseln bis hin zur Sperrung der Straße zum Baugebiet reichen: "Drei Poller in die Erde setzen, dann ist alles gelöst. Das kostet vielleicht 300 Euro", tritt Philipp für die rigoroseste Lösung ein.

Von der Verwaltung hätten sie bisher nicht die nötige Unterstützung erfahren: "Die haben zweimal ’ne Kehrmaschine geschickt, das war’s."

Auch in die Fischelner Bezirksvertretung hat der Rentner sein Anliegen bereits getragen. Auf eine Antwort wartet er jedoch bisher vergeblich: "Da wissen alle Leute Bescheid, aber passiert ist bis heute nichts."

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