An der Kölner Straße: „Morgens um vier geht es los mit dem Lärm“

An der Kölner Straße: „Morgens um vier geht es los mit dem Lärm“

WZ-Mobil zum Thema Lkw-Verbot an der Kölner Straße: Besucher klagen ihr Leid und wünschen sich eine baldige Lösung

Krefeld-Fischeln. Am WZ-Mobil wird deutlich, was die Menschen an der Kölner Straße in Fischeln bewegt: Lärm und Staub, endlose Wagenkolonnen, rumpelnde Straßenbahnen. Es stinkt und es ist laut.

Geht es nach dem neuen Luftreinhalteplan, dessen Entwurf seit gestern auch im Internet einsehbar ist, wird damit bald Schluss sein. Lkw sollen die Straße nicht mehr befahren dürfen, heißt es dort auf Seite 127. Außerdem wird die Einrichtung weiterer Tempo-30-Strecken vorgeschlagen.

Reiner Schütt, Vorsitzender des Bürgervereins sagt, dass die Fischelner die Nase voll vom ewigen Hin und Her hätten. Die Politik schiebe den schwarzen Peter an die Verwaltung, die an den Regierungspräsidenten, an den Verkehrsminister und dieser wieder zurück. Schütt: "Wir fühlen uns einfach veräppelt."

Die Eheleute Ernst und Erika Friedrich klagen auch über die hohe Belastung der Straße: "Der ganze Lkw-Verkehr müsste hier rausgehalten werden. Wenn dies der neue Plan aus Düsseldorf vorsieht, wäre das ein erster Schritt, den wir sehr begrüßen."

Heinz und Marie-Luise Laser sind vor sieben Jahren aus Essen zum Clemensmarkt direkt an der Kölner Straße gezogen. "Unser Schlafzimmerfenster liegt genau über dieser Straße. Morgens um vier Uhr geht es los mit den Lastwagen und den Taxis. Die sind nicht nur laut, sondern auch zu schnell. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn der Plan eine Lösung dafür vorsieht."

Bernd Driesen betreibt an der Straße ein Ingenieurbüro - für Schallschutz: "Das Thema ist überfällig. Wir kämpfen seit Jahren vergeblich gegen Lärm und Schmutz. Wenn der Plan umgesetzt wird, ist die Verwaltung gezwungen zu handeln."

Ulrich Grüttner ist Vorsitzender des Fischelner Werberings. Er steht dem Luftreinhalteplan skeptisch gegenüber. "Wir haben jetzt eine einheitliche Meinung in Politik und Verwaltung, dass wir Lkw über 7,5 Tonnen hier raushalten wollen. Bei dem neuen Plan handelt es sich wieder um eine Einzelmaßnahme. Was wir hier für Fischeln brauchen, ist ein Gesamtkonzept zur Verringerung von Lärm, Staub und Feinstaub. Ein solches Konzept muss zum Beispiel auch die Anliegerstraßen berücksichtigen und die Ausnahmen für den Anlieferverkehr für die Geschäfte. Ich wünsche mir von Verwaltung und Politik mehr Mut für ein solches Konzept."

Akuten Handlungsbedarf sieht auch Ursula Hannen aus Fischeln. Ihrer Meinung nach muss dringend etwas passieren an der Kölner Straße. "Man sieht ja, wie die Straße hier aussieht", sagt sie. Sie spricht damit den schlechten Zustand des Straßenbelags an, der durch den Lkw-Verkehr ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wird. "Die Anwohner tun mir Leid", bedauert sie. "Der Lärm ist eine Zumutung. Ich bin dafür, die Lkw komplett über den Europark Fichtenhain zu leiten und die Fischelner Innenstadt zu verschonen."

Inge Bender fordert ein generelles Fahrverbot für Lkw in ganz Fischeln. Sie hat aber auch Verständnis für die Lastkraftfahrer: "Die Fahrer stehen so unter Zeitdruck, die fahren sogar Schleichwege über den ruhigen Wimmersweg." Sie würden dadurch allerdings auch Mautgebühren sparen.

Bereits 24 Jahre wohnt Elisabeth Lorenz schon in Fischeln. "Seit dieser Zeit ist die Situation an der Kölner Straße ein aktuelles Thema." Auch ist ihr aufgefallen, dass sich niemand an die Tempo-30-Zonen in der Stadt halte.

Margrit Steer ist ziemlich aufgebracht: "Die Lkw gehören hier raus, die sollen die Abfahrt Fichtenhain nehmen", schimpft sie. Das "Durchbrettern" von fremden Lastwagen müsse geregelt werden. "Für mich ist der Luftreinhalteplan nichts anderes als Geldeintreiben und Abzocke, da den Gemeinden Geld fehlt."

Andere Städte sind uns in solchen Maßnahmen um Jahre voraus, meint Markus Spintig. "Alle Krefelder Gewerbegebiete liegen unmittelbar zu Autobahnabfahrten und man benötigt die B9/Kölner Straße nicht als Lkw-Zubringerstraße", schreibt er im WZ-Internet-Forum www.wz-krefeld.de. Eine vernünftige Beschilderung der Autobahnen müsse sofort her.

"Der Ratsbeschluss zur Umleitung des Lieferverkehr ist im Stadtrat schon durch", erzählt Doris Nottebohm, Bezirksvorsteherin von Fischeln. "Es fehlt noch eine Autobahnbeschilderung zur Umleitung der Lkw. Erst dann kann der Verkehr hier geregelt werden."

Nun müsse wieder ein Antrag gestellt werden, dass die Beschilderung aufgestellt werde. "Wir wollen, dass alle die von der Autobahn kommen, eine Ausfahrt weiter fahren", so Nottebohm. Im nächsten Planungsausschuss werde sie nochmal an die Bezirksregierung herangehen müssen.