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Die Hülser Heimatstuben wurden aufpoliert

Stadtgeschichte : Die Hülser Heimatstuben in Krefeld wurden aufpoliert

Der gelungene Umbau an der Konventstraße lädt zu einem Rundgang durch die Hülser Geschichte ein.

Die „Hülser Heimatstuben“ haben ihr leicht angestaubtes Image gründlich verloren. Sie präsentieren sich jetzt heller und größer, bilden mit renoviertem Alt- und lichtdurchflutetem Neubau ein kleines modernes Museum an der Konventstraße.

Etwa ein Jahr haben die Sanierungsarbeiten gedauert. Sie kosteten nicht mehr als die kalkulierten rund 140 000 Euro. 65 Prozent der Summe kam vom Land NRW. Die Vorstände des Heimatvereins Hüls, dem das Haus gehört, sind nicht wenig stolz auf das Erreichte. Mit Recht. Wenn Corona es erlaubt, wird Pfingsten alles fertig sein. Dann steht der Eröffnung des schönen über 60 Quadratmeter großen Areals nichts mehr im Weg.

Wichtiges Zeugnis für
die Historie

Die neuen Heimatstuben sind nicht nur größer und heller geworden, sondern auch barrierefrei und besser strukturiert. „Die Geschichte der Hülser Bürger und ihrer Arbeiten ist jetzt in einzelne Themenbereiche aufgeteilt“, berichten Vorsitzender Karl Heußen und sein Stellvertreter Paul Schumacher. „Die Exponate, die Keramik der Pott- und Pannenbäcker, stehen im Vordergrund. Sie sind ein wichtiges Zeugnis für die Historie der Hülser.“

Der Rundgang startet auch in dieser Abteilung, die direkt hinter dem neu gestalteten Tor beginnt. Heußen: „Hier sind die größten Veränderungen zu erkennen, wurde der meiste Platz geschaffen. Es beginnt damit, dass das Holz des Tores durch Glas ersetzt wurde.“ Das biete gleich drei Vorteile: „Der eigentlich fensterlose Raum erhält so viel Licht. Abends können – bei eingeschalteten Lampen – die ausgestellten Gegenstände auch von der Straße aus betrachtet werden.“ Außerdem ersetze die neue, barrierefreie Türanlage den bisherigen Zugang, der nur über drei Außenstufen zu erreichen war, erklären die Vorstände weiter. Ein Bildschirm hinter dem Fensterglas zeigt schon jetzt 200 historische Fotos in einer Schleife.

„Hülser Schüsseln“ sind Markenzeichen der Pottbäcker

Schumacher erzählt aus der Vergangenheit: „Die Tordurchfahrt mit Remise diente dem damaligen Bürgermeister Stephan Anton Josten im 19. Jahrhundert als Garage für seine Kutsche. Das Pferd stand nur wenige Meter entfernt.“ Nun sind dort in den Vitrinen die Prunkstücke der Ausstellung untergebracht. Es handelt sich um vier originale „Hülser Schüsseln“, dem Markenzeichen der Pottbäcker. „Die Bezeichnung ,Hülser Schüsseln’ ist ein international gültiger Begriff“, betont Heußen. Sie werden durch acht Leihgaben aus dem Museum Burg Linn ergänzt.“

Leben der vergangenen 200 Jahre nachempfinden

Diese Prunkschüsseln seien in früheren Zeiten nur zu Hochzeiten und Taufen vom Bord über dem heimischen Kamin genommen worden, wissen die beiden Männer. Der Bereich ist auch als Raum für spätere Wechselausstellungen Hülser Künstler gedacht. „Knapp 50 Quadratmeter groß und 3,20 Meter lang ist dieser weiße Raum. Er geht über in einen neuen rund 15 Quadratmeter großen Wintergarten. Hier befindet sich eine Sitzecke, in der kleine Besuchergruppen bis maximal 15 Personen Platz finden können. Vor dort können sie innerhalb einer Führung eine Power-Point-Präsentation sehen und viele Informationen erhalten.“

Dieser Verbindungsraum führt zu den drei weiteren Bereichen der Dauerausstellung. „In den bisherigen Stuben, zur Konventstraße hin, können die Besucher das Hülser Leben der vergangenen 200 Jahre nachempfinden. Auch dort ist alles hübsch hergerichtet.“ Der bisherige Besprechungsraum dient als Bereich für die Vermittlung der Hülser Geschichte mit schriftlichen Dokumenten und Fotos. Er ist noch nicht ganzfertig.

Nach allen Arbeiten ist ein kleines Museumszentrum entstanden

Aus diesem hinteren Zimmer gibt es seit einigen Jahren einen Verbindungsgang zur benachbarten Konventskirche, die mit ihren schönen barocken Holzarbeiten an der Empore und der Weidtmann-Orgel auch besichtigt werden kann. Mit den eigentlichen Heimatstuben, den Außenanlagen und der Konventskirche mit ihrem Ausstellungsraum von sakralen Gegenständen ist so ein kleines Museumszentrum entstanden.

Apropos Außenanlagen – an den Wintergarten schließt sich ein kleiner grüner Bereich an. Dort befindet sich ein anderes Ausstellungsstück, ein Brunnen, dessen Sandsteine aus dem bekannten Liedberger Fels und aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen. Er wurde den Heimatfreunden aus einer früheren Gaststätte an der Klever Straße übergeben. „Dort wurde wohl selbst gebraut und viel Wasser benötigt.“ Die kleine Bank, die später zum Verweilen einlädt, fehlt noch.