Die Bockumer Sänger und zahlreiche Veränderungen

Brauchtum : Das Ende des Sitzungskarnevals

Schweren Herzens zieht sich der Bockumer Sängerbund aus dem karnevalistischen Treiben zurück.

Es war kein leichtes Jahr für den Bockumer Sängerbund. Im Frühjahr starb Mathias Meyer, seit 42 Jahren Vorsitzender. Chorleiter Stephan Krings musste aus beruflichen Gründen absagen und Haus Mormels auf der Verberger Straße beendete den Restaurationsbetrieb. Der Chor musste sich ein neues Vereinslokal suchen.

Als Nachfolger für Mathias Meyer wählten die Mitglieder im Juli  bei einer Versammlung Karl Müller zum Vorsitzenden. Von großem Vorteil war, dass Müller seit 25 Jahren aktives Mitglied ist, den Bass verstärkt und viele Aktivitäten schon von ihm ausgehen. Alle kennen ihn als Organisator der beliebten Weihnachtskonzerte und Sitzungspräsident bei den alljährlichen Karnevalsrevuen des Sängerbundes.

Im Bockumer Treff ist der neue Treffpunkt der Sänger

Da man seit einigen Jahren eine Chorgemeinschaft mit dem Uerdinger Männergesangverein 1848 pflegte, wurde dessen Chorleiter Axel Quast als Ersatz für Krings gewonnen. Nun betreut der 52-jährige Vollblutmusiker beide Chöre. Auch für das Vereinslokal fand sich eine praktikable Lösung. Ab sofort proben die rund 40 Bockumer Sänger im Bockumer Treff, dem Vereinsheim des TSV Bockum auf dem Prozessionsweg innerhalb der dortigen Sportanlage. Ein Zugewinn ist dabei der große Parkplatz und wenn die Sänger donnerstags am Abend zusammen kommen, fällt das lästige Parkplatzsuchen weg.

Die letzte Karnevalsrevue findet am 2. Februar 2019 statt

An eine weitere Änderung, vielleicht die schmerzhafteste, müssen sich Mitglieder und zahlreiche Freunde erst noch gewöhnen. Der Chor beschloss das Ende des Sitzungskarnevals. Am 2. Februar 2019 ist damit Schluss. Seit 1949, 70 Jahre also, bot man den Karnevalsfreunden alljährlich eine Veranstaltung. Es begann im Stadtwaldhaus und 1992 wechselte man ins Seidenweberhaus. Nachdem Karl Müller in der Session 1997 mit seiner Frau Uschi das Prinzenpaar gestellt hatte, übernahm er bis heute die Präsidentschaft bei der Revue.

„Die Ankündigung fällt mir auch persönlich sehr schwer“, so Müller, „aber wir werden alle nicht jünger. Auch das stets mit Begeisterung feiernde Publikum kommt in die Jahre. Wir wollen jedoch mit vollem Haus aufhören“.

Mit dem zweiten Vorsitzenden Wilfried Heimbach und allen Aktiven ist sich Müller jedoch einig, dass der Bockumer Sängerbund als Konzertchor eine Zukunft hat. In den letzten Jahren haben einige Sänger, entgegen dem Trend, zum Chor gefunden. Die Erfolgsgeschichte „Weihnachtskonzert“ beispielsweise ist sogar schon für Weihnachten 2019 garantiert. Also blicken alle mit Zuversicht in die Zukunft.

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