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Das Projekt "kuddbies" - vom Werkhaus und Kresch - zeigt seine Ergebnisse

Theater : Von zufälligen Begegnungen

Auf die Straße gehen und Fremde ansprechen: Die Aktionen der „kuddbies“, einem Projekt von Werkhaus und Kresch, beleuchten den Alltag der Menschen im Südviertel. Das Ergebnis gibt es am Freitag im Südbahnhof zu sehen.

Die „kuddbies“ hat Helmut Wenderoth vom Kresch-Theater aus dem Englischen übernommen. Das Wort kommt von „could be“ und heißt „kann sein“ oder „ist möglich“. Plötzlich entdeckte Situationen in der nahen Umgebung der Menschen werden real als Lesung und theatrale Aktionen aufgezeigt und vorgeführt. Die Abschlussveranstaltung zum Kooperationsprojekt „kuddbies“ des Werkhauses mit dem Kresch-Theater findet am Freitag, 1. Februar, statt.

„Seit 2012 arbeiten unsere beiden Häuser experimentell in Theaterprojekten und Veranstaltungsformaten an der Auseinandersetzung mit soziokulturellen Themenkomplexen“, sagen Wenderoth und Georg Dammer vom Werkhaus. „Wir suchen dabei Theaterformate, die in der Entwicklung wie auch der Präsentation stark auf die direkte Beteiligung von Zuschauern und Laien mit professionellen Künstlern abzielt.“

„Theater soll auf Dauer die Lebensumstände verbessern“

Die Fragen der „kuddbies“ über das Alltagsleben von Gesellschaft können lauten: Was sind das für Menschen, die an der Fabrik Heeder, der Heimat des Kresch, und damit in Verbindung mit dem Theater wohnen? Können sie ihre Straße, ihren urbanen Stadtraum neu entdecken, eine Bewegung und möglichst eine Optimierung in ihr Wohnumfeld bringen?

„Theater soll auf Dauer die Lebensumstände verbessern“, sagt Wenderoth. Im Projekt würden kulturelle, soziale und politische Interessen und Bedürfnisse der Menschen beleuchtet. Dafür wurden Künstler eingeladen und ihnen die Frage gestellt: „Wenn ich dir sage, was sein könnte, was könnte sein?“

Am Veranstaltungsabend sind im Südbahnhof anzutreffen: Die Cellistin Julia Polziehn, die Leiterin des Musiktheaters der Musikschule. Sie trifft die Kölnerin Jazz-Sängerin Britta Weyers erstmals zu Improvisationen für Cello und Stimmen. Die Aktion „Geschichten Archiv“ gestaltet Nora M. Maciol, Absolventin Performance Art Studies, Hamburg. Sie erzählt eine Geschichte und lädt dann die Besucher ein, ebenfalls etwas zu erzählen. Sie nehmen auf gegenüber gestellten Stühlen Platz und können loslegen, ganz zwanglos und spontan.

Duisburger Künstler
liest zehn Geschichten vor

Die Lesung, „Die heile Welt von“ hat sich Jörg Eisentraut aus Duisburg vorgenommen. „Der Künstler erzählt die zehn erstaunlichsten Geschichten, die ich in den vergangenen Jahren gehört habe“, sagt Wenderoth.

Den Schlusspunkt bilden Improvisationen mit dem Publikum zu der Frage: „Was könnte sein, in Deinem Leben?“, die darin münden, die „kuddbies“ weiterzuführen, sie in eine Veranstaltungsreihe zu überführen. Darin könnten sich die Organisatoren vorstellen, einen Feuerwehrmann und einen Schmied zum Thema „Feuer“ einzuladen.