Bunker-Umbau in Bockum geplatzt

Bunkernutzung : Bunker-Umbau in Bockum geplatzt

Kurz vor dem Verkauf springt Investor wegen strittiger Fragen ab. Brandschutz für Krefelder Tafel zu teuer.

Die Stadt hat die Voraussetzungen für den Umbau des Hochbunkers an der Friedrich-Ebert-Straße vor Kurzem mit dem neuen Bebauungsplan 821 geschaffen. Doch aus dem Bauvorhaben wird erstmal nichts. Der Investor ist kurzzeitig abgesprungen. „Der vertragsfertige Abschluss mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümer des Bunkers und uns als Käufer lag schon beim Notar, doch im anschließenden Gespräch mit dem Investor waren wir uns in ein paar wesentlichen Punkten uneins“, sagt Hansgeorg Rehbein als Leiter der Krefelder Tafel. Die wollte den Hochbunker kaufen und unmittelbar danach an den Investor weiterverkaufen. Doch der hat sich wegen der nicht auszuräumenden strittigen Punkte zurückgezogen.

Wohnbebauung hätte Umzug
der Tafel notwendig gemacht

Anfangs plante der Investor den Hochbunker um eine Etage für Büros aufzustocken, mit der Krefelder Tafel weiterhin als Mieter im Erdgeschoss. Den dortigen Flachbunker nutzt der Verein als Lager für die eingesammelten Lebensmittel. Für die Errichtung neuer Nutzflächen sind laut Baurecht allerdings auch neue Stellplätze notwendig. Als Standort bot sich der Flachbunker an.

In der Folge, hätte die Krefelder Tafel in die erste Etage umziehen müssen. „Das wäre für uns mit erheblichen Kosten verbunden gewesen“, sagt Rehbein und zitiert aus einer Begehung des Bunkers mit der Krefelder Feuerwehr . Anders als im Erdgeschoss mit ausschließlich notwendiger Beschilderung und Notlicht, sei in einer ersten Etage der Einbau einer Rauchabtasanlage notwendig. „Kosten in fünfstelliger Höhe, die wir laut Investor selber übernehmen sollten; für uns ist das zu teuer.“

Doch auch der Investor habe gemerkt, dass die ursprünglich eingeplanten Kosten immer mehr gestiegen seien. Allein beim Umzug der Tafel in die erste Etage wäre der Einbau eines Aufzuges und neue Turdurchbrüche notwendig gewesen, um mit ihren Transport-Sachkarren dadurch zu kommen. Die gemeinsam mit der Bauverwaltung entwickelte Idee von zusätzlicher Wohnbebauung im Hochbunker habe die Kosten weiter in die Höhe schnellen lassen. „Entsprechend höher wurden auch die Einschränkungen für die Krefelder Tafel“, sagt Rehbein. Der Wunsch, sich nicht an den Umbaukosten zu beteiligen und auf ein unbefristetes Bleiberecht als Mieter schwanden. Zuletzt ist dem Verein ein 15 Jahre langes Bleibericht eingeräumt worden.

Zwischenzeitlich habe es laut Rehbein weitere Begehungen mit zwei Interessenten gegeben. Denn die BImA will den Hochbunker weiterhin schnellstens verkaufen. Seit dem schweren Sturmschaden im Januar 2018 ist das Walmdach kaputt und das Gebäude eingerüstet. Doch auch die anderen beiden Investoren haben bislang kein Interesse bekundet. Wohnungen im achtstöckigen Hochbunker sind nur mit erheblichem Aufwand (komplette Entkernung) und hohen Kosten möglich.

Die Suche nach einem neuen Investor geht also weiter. Seit 20 Jahren ist die Krefelder Tafel für einen geringfügigen Betrag Mieter im Bunker. Inzwischen nur noch mit dem Lager und dem Fuhrpark, die Essensausgabe ist an den Westwall umgezogen. Die Aussage des Oberbürgermeisters, dass die Krefelder Tafel im Bunker auch weiterhin ihr Domizil haben soll, gibt dem Verein laut Rehbein Sicherheit. Ein entsprechender Passus ist im B-Plan mit aufgenommen. Und da der Stadt zwei Drittel des Grundstücks gehören, stehen die Chancen dafür gut.