Tag der offenen Tür wird mit Martinsmarkt verbunden

St. Martin: Mit Laternen durch den Park

Zum Tag der offenen Tür an der Musikschule am Samstag, 17. November, gesellt sich ein neues Ereignis: der Krefelder St. Martinsmarkt mit Essen, Musik und Handwerk. Auch einen Zug für die Kleinsten darf nicht fehlen.

Jogger laufen schnaufend ihre Runden im Sollbrüggenpark, Hundebesitzer lassen sich von ihren Vierbeinern von einem Baum zum nächsten zerren. Das Klientel bei diesem tollen November-Wetter ist dieser Tage also klar. Doch demnächst ziehen auch andere Besucher durch den Park. Sie werden mit Laternen bewaffnet sein und bei einem 20-minütigen Umzug der Musikschule einem Mann folgen, der am Ende seinen Mantel mit einem Bettler teilen wird. Das Ganze wird im Rahmen des ersten St. Martinsmarkts der Musikschule geschehen.

Für Schulleiter Ralph Schürmanns geht damit ein langgehegter Wunsch, der mit einer Anfrage des Bürgervereins (BV) Bockum ins Rollen kam, in Erfüllung. „Der Verein war gerade dabei, Geld für den Graben zu sammeln, als sie fragten, ob man da nicht mal etwas gemeinsam machen könnte“, erinnert er sich. Deswegen verwundert es nicht, dass der Erlös der Veranstaltung der Sanierung des Grabens zugute kommen soll. „Ich wüsste nicht, dass Krefeld so einen Markt hat“, stellt Schürmanns für sich fest. Warum also nicht einen organisieren? Und am Besten noch im Hof der Musikschule?

„Krefeld braucht für so eine Idee immer ein wenig länger“

Neben dem BV wurde auch der Lionsclub Krefeld Seidenstadt sowie der Verein der Freunde und Förderer der Musikschule mit ins Boot geholt. Weil der Tag der offenen Tür eine der wichtigsten Werbeveranstaltungen für die Schule ist und zufällig auf den 17. November – St.-Martin-Zeit – fällt, entschlossen sich die Beteiligten dazu, die Premiere des Marktes an diesem Tag abzuhalten. „Aus Erfahrung wissen wir, dass an diesem Tag 400 bis 500 Besucher zu uns kommen“, sagt Schürmanns. Nachdem sich Interessierte beraten lassen und am Probeunterricht teilgenommen haben, könnte man im Anschluss den Tag auf dem Markt ausklingen lassen. Ein guter Start also für die Premiere? Schürmanns überlegt kurz. Schließlich weiß er, dass Krefeld für so eine Idee immer ein wenig länger brauche. Für einen kurzen Moment steht ihm der Zweifel ins Gesicht geschrieben.

Doch diesen wischt er direkt beiseite. Der Hof sei nach dem Umbau so schön geschlossen und wie prädestiniert für den Markt, darüber hinaus sei das Flair um die Musikschule herum einmalig und der Mini-Martinszug für die kleinen Besucher, die von Fackelträgern begleitet werden, sicherlich ein Erlebnis. Außerdem begleite das Belchbläserensemble unter Leitung von Roman Marreck sowie die Trommler den Zug, fügt er hinzu. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Musiker ansonsten immer stehen. Deshalb wird fleißig geübt und durch den Wald oder Park marschiert, erklärt Marreck.

„Nach der Runde finden sich dann alle wieder im Karree ein, um am Mini-Martinsfeuer Lieder zu singen“, sagt Schürmanns. Eigentlich sei alles, bis auf die Strecke, wie bei einem großen Umzug. Doch dann fällt ihm doch noch etwas ein: „Nun ja, unsere St. Martin wird nicht auf einem Pferd reiten. Bei all den herunter hängenden Ästen könnte das ziemlich unangenehm werden.“ Schürmanns hofft, dass viele Krefelder mit ihren Kindern am Zug teilnehmen werden, der übrigens auch etwas für ältere Menschen sei, die längere Strecken nicht mehr so gut zurücklegen könnten.„Für alles wird gesorgt sein“, hält Schürmanns nochmal fest.

Allerdings gibt es doch eine kleine Einschränkung: „Wer mitlaufen möchte, muss unbedingt seine eigene Laterne mitbringen. Dann kann es um 17.15 Uhr losgehen.“

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