Neues Leben in leerstehender Fuhrmannsschänke

Neue Einrichtung in ehemaliger Gaststätte : Tagespflege im Herzen von Bockum

Der Verein für Haus- und Krankenpflege hat eine Einrichtung für 15 Personen im ehemaligen Haus Schüten eröffnet.

Der Verein für Haus- und Krankenpflege hat am Wochenende im Herzen von Bockum an der Uerdinger Straße 624 eine Tagespflege eröffnet. Das Haus Schüten, eine frühe Fuhrmannsschänke und mehr als 100 Jahre als Gasthaus an der Kreuzung der Busch-, Schütenhof- und Uerdinger Straße gelegen, stand viele Jahre leer. Investor Ulrich Schmitter war das denkmalgeschützte Anwesen aufgefallen. Nun beherbergt es auf insgesamt 340 Quadratmetern die Pflegeeinrichtung. Die Trägerschaft hat der vor 60 Jahren in Krefeld gegründete Verein übernommen. Er hat auch seine Verwaltung nach Bockum verlegt.

Fabrikantengattin hat den
Verein 1958 gegründet

Die Eröffnungsfeier fand im Pfarrzentrum der Christophoruspfarre neben der Gertrudiskirche statt. Eine große Schar interessierter Besucher konnte die erste Vorsitzende, Andrea Blomen, begrüßen. Sie berichtete von der wechselvollen Geschichte des Vereins, der 1958 von der Fabrikantengattin Magdalene Schwietzke gegründet wurde.

Seinerzeit, das wird heute vom Land bestätigt, war es der erste nichtkonfessionelle Pflegeverein in NRW. Ein paar Jahre später, im Jahre 1961, hob man die Aktion „Essen auf Rädern“ aus der Taufe, die erste im ganzen Bundesgebiet. Seitdem man die ersten Essens-Portionen in der Küche von Magdalene Schwietzke zubereitete, hatte der Verein fast zehn Standorte in Krefeld, bis jetzt nach 60 Jahren das Domizil in Bockum eröffnet werden konnte. Der Verein hat mit der neuen Tagespflege nun vier Standbeine, den Pflegedienst, die mobile Essensversorgung und den später begründeten Hausnotruf.

Für die Tagespflege, an der bis zu 15 Personen teilnehmen können, steht das ganze barrierefreie Erdgeschoss zur Verfügung. Es gibt Therapie- und Gruppenräume, eine Küche und einen großen gemütlichen Aufenthaltsraum. Bei gutem Wetter kann auch der Innenhof genutzt werden. Um jeweils vier bis fünf pflegebedürftige Gäste soll sich eine Pflegekraft kümmern.

Zum Angebot gehören auch Fußpflege und Friseurbesuch

Geplant sind bedarfsgerechte Angebote. Sie reichen von Gemeinschaftsaktivitäten über Friseurbesuche und Fußpflege bis hin zur Physio-, Logo- und Ergotherapie.

Geschäftsführer Bernhard Weßling stellte das Mitarbeiterteam vor, danach ergriff Oberbürgermeister Frank Meyer das Wort. Er sprach vom positiven System „Ambulant statt Stationär“, dankte namens der Stadt für das Engagement und wünschte dem Verein Glück und Erfolg für die kommenden Jahre.

Auch die Landtagsabgeordnete Britta Oellers sprach ein Grußwort und erläuterte die Pflegepolitik des Landes. Bevor es einen Imbiss gab und sich die Besichtigung der neuen Einrichtung anschloss, referierte Dieter Lorenzen von der Gesellschaft Creinvelt höchst amüsant über „Älter werden für Anfänger“.

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