Nachgehakt: Ärger über Dauerbaustelle an der Glockenspitz

Nachgehakt : Ärger über Dauerbaustelle an der Glockenspitz

Anwohner klagt über Gefahren durch Absperrungen. Diese sind zum Schutz der Passanten vor einem Brandhaus platziert.

Krefeld. Hubert Horster kann es einfach nicht begreifen. Seit Anfang des Jahres ist ein Teil der Krefelder Verkehrsader Glockenspitz nicht begeh- oder befahrbar. Betroffen ist ein kleines Stück in Fahrtrichtung Linn, gegenüber der Kaiserstraße. „Der Bürgersteig, der Radweg und ein Teil der Fahrbahn sind abgesperrt“, ärgert sich Horster. Jeder Passant oder Radler müsse auf die Straße ausweichen. Und das sei gefährlich: „Da kommen Ihnen die Autos aus der Innenstadt entgegen“, so der 82-jährige, der nicht weit entfernt, an der Rembertstraße, wohnt. Er findet: „Das ist unzumutbar.“

Täglich passiert er gemeinsam mit seiner Ehefrau diese provisorische Absperrung. Zwar kennen beide die Ursache: ein Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus. Aber sie fragen nach dem Grund für die lange Dauer. Die WZ erkundigte sich bei der Stadtverwaltung. Ein Stadtsprecher erklärt: Von dem abgebrannten Haus gehe noch immer eine Gefahr aus. „Teile könnten auf den Bürgersteig und die Fahrbahn fallen.“ Und: „Leider gestaltet sich die Kommunikation mit dem Eigentümer als schwierig. Er erhält nun eine weitere Verfügung, das Haus entsprechend zu sichern, damit die Absperrung ganz oder teilweise abgebaut werden kann.“

Zu hoffen bleibe, dass er auf die Verfügung schnell reagiert. Der Eigentümer habe die Stadt noch nicht darüber in Kenntnis gesetzt, was er mit dem derzeit unbewohnbaren Haus plant.

Zum Hintergrund: Am Morgen des 22. Januar, einem Sonntag, war der gesamte Dachstuhl des Mehrfamilienhauses an der Glockenspitz in Brand geraten. Gegen 9.13 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Eine Person musste mit einer schweren Rauchgas-Vergiftung in eine Spezialklinik nach Aachen geflogen werden. Am Abend konnte sie die Klinik schon wieder verlassen. Auch eine Katze konnte aus dem dreigeschossigen Gebäude gerettet werden.

Bis zum frühen Nachmittag war die Feuerwehr im Einsatz, um noch bestehende Glutnester ausfindig zu machen. Ein Statiker hatte vor Ort untersucht, ob das betroffene Gebäude einsturzgefährdet ist. „Es ist davon auszugehen, dass es vorerst unbewohnbar bleibt“, hatte Feuerwehrsprecher Christoph Manten damals schon prognostiziert.

Ein Stadtsprecher hatte auf Nachfrage der WZ gestern zugesagt, dass zeitnah Stadtmitarbeiter mit der Feuerwehr zur Baustelle an der Glockenspitz fahren würden, um vor Ort zu schauen, „ob man die Absperrung etwas zur Seiten rücken kann“.

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