Stadthaus: Verzögerung richtig teuer

Stadthaus: Verzögerung richtig teuer

Mindestens 1,2 Millionen Euro kostet die Verzögerung pro Jahr. Die Politik ringt gemeinsam um eine schnelle Lösung. Für Linne ist eine neue Ausschreibung alternativlos.

Krefeld. Externe Anmietungen, steigende Baukosten, und jeder Tag, um den sich die Sanierung des 70-Millionen-Projektes Stadthaus verzögert, kostet Kommune und Steuerzahler Geld. Gut möglich, dass wir über sogar Jahre sprechen, wenn jetzt nicht alles reibungslos läuft mit Neu-Ausschreibung und Denkmalschutz. Per anno muss allein nach ursprünglicher Kalkulation bei Ausschreibung (Index 1,47 Prozent) von 1,2 Millionen Euro Mehrkosten ausgegangen werden — im besten Fall. Die gute Baukonjunktur und mangelndes Interesse der Investoren bislang sind dazu geeignet, die Preise und damit die Investitionskosten für die Stadt Krefeld weiter zu treiben.

Daraus macht auch Stadtplanungsdezernent Martin Linne kein Hehl. „Natürlich sind die Baukostenindices heute andere als vor zweieinhalb Jahren. Das wäre aber auch bei allen anderen Lösungen als einer neuen, angepassten Ausschreibung so. Etwas anderes kommt für mich auch nicht infrage. Die Politik muss jetzt beraten. Wir können nur hoffen, dass es nun schnell geht.“ An einer möglichst zügigen Lösung arbeitet die Politik fraktionsübergreifend mit Hochdruck.

Ein zentrales Problem: Die Stadt hat es gar nicht mehr selbst in der Hand, es sei denn, sie stuft das gesamte Sanierungsprojekt als aussichtslos ein, stoppt es und entscheidet sich doch noch einmal für einen Neubau. Das ist Stand heute eher unwahrscheinlich. Wagt sie einen neuen Versuch der Sanierung, müssen die geänderten Vorgaben in der Ausschreibung zunächst von der Unteren Denkmalbehörde genehmigt und an den Landschaftsverband weitergeleitet werden. Dass die übergeordnete Behörde, die sich bislang in der Causa Fenster entschieden sperrte, durch leicht modifizierte Bedingungen den Denkmalschutz plötzlich gewahrt sieht, ist keineswegs sicher. Lösung könnte dann ein Minister-Entscheid sein, bis zu dessen Wirksamkeit, so heißt es, mindestens 18 Monate vergehen werden. Wenn keine weiteren Störfaktoren hinzukommen.

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