Stadt will Jagd auf Hundesteuer-Hinterzieher machen

Stadt will Jagd auf Hundesteuer-Hinterzieher machen

Rund 11 500 Hunde sind in Krefeld gemeldet. Die Dunkelziffer könnte bei bis zu 30 Prozent liegen.

Krefeld. Wenn gebellt wird, klingelt die Stadtkasse: Die Stadt will eine „Hundebestandsaufnahme“ durchführen und möglichst viele „Schwarz-Halter“ in die Kartei aufnehmen. „Wir führen Gespräche mit Firmen, die eine solche Bestandsaufnahme durchführen“, sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Die CDU hatte eine solche Erhebung angeregt und auf Steuergerechtigkeit verwiesen. Rund 11 500 angemeldete Hunde gibt es derzeit in Krefeld. Pro Hund müssen dafür derzeit 101,20 Euro pro Jahr gezahlt werden. Geschätzt wird, dass die Dunkelziffer etwa bei 20 bis 30 Prozent liegt. Deshalb will die Stadt nun rigoros gegen die Hundesteuer-Hinterzieher vorgehen. Dazu soll eine private Firma beauftragt werden, die eine Hundebestandsaufnahme durchführt.

Eine solche Firma ist das Unternehmen Adler-Kommunalservice aus Aachen. „Unsere Mitarbeiter gehen von Haustür zu Haustür“, sagt Geschäftsführer Hans Roseboom. Sieben bis acht Leute, so schätzt er, wären dann in Krefeld unterwegs. Etwa drei Monate würde der Einsatz dauern. Nach seinen Erfahrungen kommen etwa 15 bis 20 Prozent an Tieren beim Hundebestand hinzu.

Datenschutzrechtlich ist eine solche Erhebung nicht unbedenklich. So müssen Angaben an der Haustür freiwillig erfolgen, Mitarbeiter der Firma dürfen nicht weiter im Umfeld „spionieren“. „Wir haben damit aber bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, die meisten Bürger nehmen das gelassen hin“, sagt Roseboom. Seit 13 Jahren führt seine Firma solche Befragungen durch.

In der Nachbarschaft war seine Firma bereits in Kempen, Moers und Viersen aktiv. In Moers stieg die Zahl der gemeldeten Hunde mit der Befragung von 4400 auf rund 6000, sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk.

In Viersen hat man die Untersuchung bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Auch dabei erzielte man nochmals einen Zuwachs um rund 14 Prozent auf jetzt 5400 Hunde. „Das rechnet sich“, sagt Michael Gehrmann von der Stadt Viersen. Man habe Gerechtigkeit hergestellt und die Einnahmen verbessert, ohne die Steuern zu erhöhen.

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