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Krefeld: Stadt übernimmt Versorgung von Minderjährigen

Krefeld : Stadt übernimmt Versorgung von Minderjährigen

Jugendamt bereitet Unterkunft und Betreuung für etwa 120 alleinreisende Flüchtlingskinder vor.

Krefeld. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen nimmt zu, die ohne Begleitung vor allem aus den Kriegsgebieten Syrien, Irak und Afghanistan über gefährliche Routen in das sichere Deutschland fliehen. Und sie werden immer jünger. „Ihre Eltern schicken sie alleine los, um zumindest sie in Sicherheit zu wissen“, berichtet Jugendamtsleiter Gerhard Ackermann. Das seit dem 1. November geltende neue Gesetz soll „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“, abgekürzt UMA, besonderen Schutz, Betreuung und Förderung garantieren. Die Stadt ist dabei, in kurzer Zeit die notwendigen Strukturen aufzubauen.

„Wir wollen keine neuen Riesenheime schaffen, sondern kleine überschaubare Wohnformen“, sagt Ackermann im Vorgriff auf den kommenden Jugendhilfeausschuss. Am 18. November wird er eine umfangreiche Vorlage auf den Tisch legen. Die 260 Plätze in den Krefelder Heimen und die 270 Plätze bei Pflegeeltern sind besetzt. Nun gilt es, weitere betreute Wohnangebote zu schaffen.

Ackermann setzt dazu auf die Zusammenarbeit mit den freien Trägern der Jugendhilfe — und findet Unterstützung. „Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) steigt in die stationäre Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingskindern ein.“ Auch der SKM, katholischer Verein für soziale Dienste, mit seinem Patenschafts-Projekt (siehe oben) sowie der Kinderschutzbund sind wichtige Partner.

Auch in der Vergangenheit war die Jugendhilfe bereits für die Betreuung von alleinreisenden Minderjährigen zuständig. Deshalb habe die Stadt Krefeld schon 42 Jugendliche aus der Glockenspitzhalle herausgeholt, die dort in der Erstaufnahmestelle des Landes NRW unter lauter Erwachsenen untergebracht waren.

Seit dem 1. November werden alleinreisende Flüchtlingskinder nun nach einem bestimmten Schlüssel auf alle Kommunen verteilt. Ackermann rechnet mit 100 bis 120 allein im kommenden Jahr. Diejenigen, die in der neuen künftigen Erstaufnahmestelle in Forstwald ankommen, noch nicht mitgerechnet. Vom Bund gibt es pro Jugendlichem und Jahr 3100 Euro für Unterkunft und Betreuung. Probleme bereite es hingegen, genügend passendes Personal zu finden. In der Vergangenheit waren Sozialarbeiter nicht mehr in dem Maße gefragt.