Stadt stellt Konzept für Kita, Grundschule und Familienzentrum an der Hochstraße vor. Kritik kommt von der CDU.

Schulsanierung : Mosaikschule soll Haus der Bildung werden

Stadt stellt Konzept für Kita, Grundschule und Familienzentrum an der Hochstraße vor. Kritik kommt von der CDU.

Bei den Sanierungsplänen für die Mosaikschule geht es voran – zumindest auf dem Papier. Eine von der Verwaltung erarbeitete Machbarkeitsstudie für ein Haus der Bildung am Schulstandort Hofstraße wird den Mitgliedern der Unterausschüsse für Schulbau, -sanierung und -ausstattung sowie zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen in den Sitzungen am kommenden Mittwoch vorgestellt.

Nachdem Lehrer der Mosaikschule im vergangenen Sommer auf die Barrikaden gegangen waren, weil sie die Grundschüler an der Hofstraße in baufälligen Containern unterrichten müssen, die vor 50 Jahren provisorisch aufgestellt wurden, hatte Bildungsdezernent Markus Schön versprochen, „mit Hochdruck“ an einer Alternative zu arbeiten. Ihm schwebt eine große Lösung vor: Auf dem Gelände soll ein Haus der Bildung mit Grundschule, neuer Kita und Familienzentrum in der Innenstadt entstehen. Ziel ist es laut Verwaltungsvorlage, ein „gemeinsames Bildungs- und Erziehungsverständnis“ von Kita und Grundschule zu schaffen und weiterzuentwickeln und mithilfe des Familienzentrums ein „niedrigschwelliges und bedarfsgerechtes Beratungs- und Bildungsangebot für die Familien im Sozialraum“ zu realisieren; Eltern zu „fördern und stärken“.

Stadtmitte ist am schlechtesten versorgt mit Kitaplätzen

Für die dreizügige Grundschule geht die Machbarkeitsstudie „auf Grundlage des Musterraumprogramms für den Unterricht, Ganztag und Inklusion“ von 21 Räumen „mit je 64 Quadratmetern für eine multifunktionale Nutzung sowie drei Räumen für Inklusion mit je 32 Quadratmetern und einer Mensa (Nutzung auch als Veranstaltungsraum) mit 144 Quadratmetern“ aus. So weit sind die Planungen für Kita und Familienzentrum noch nicht. Fest steht aber: Die Stadtmitte „gehört seit Jahren zu den am schlechtesten mit Plätzen für Kindertagesbetreuung versorgten Bezirken in Krefeld. Der Bezirk Mitte hat laut der aktuellen kleinräumigen Bedarfsplanung derzeit ein Defizit von 173 Plätzen für Kinder unter drei Jahren und 145 Plätzen für Kinder ab drei Jahren.“ Gerade in den „oftmals belasteten Sozialräumen im Bezirk“ sei aber ein gutes Angebot an Betreuungsplätzen „immens wichtig für die Entwicklung der Kinder“, heißt es in der Vorlage.

Schulpolitische Sprecherin
fordert eine schnelle Lösung

Das bestehende Schulgebäude und die Pavillons an der Hochstraße sollen zurückgebaut und mit ihnen die sanierungsbedürftige Turnhalle abgerissen werden, so sieht es die Machbarkeitsstudie vor. Auch weil die Sporthalle „den Verkehrslärm des Oranierrings in den Blockinnenraum lässt und eine optimale Ausnutzung der Grundstücksfläche verhindert“. Der wertvolle alte Baumbestand im nordwestlichen und südwestlichen Bereich des Grundstücks „soll so weit wie möglich erhalten bleiben“. Starten können die Arbeiten allerdings nicht vor dem Umzug der Mosaikschüler ins Gebäude der ehemaligen Hauptschule an der Prinz-Ferdinand-Straße. Laut Zeitplan ist das allerdings nicht vor Anfang 2022 möglich.

CDU-Ratsfrau Stefanie Neukirchner dauert das alles zu lange. „Um einen Neubau an der Hofstraße zu errichten, muss die Umwandlung der Prinz-Ferdinand-Schule in eine Grundschule umgesetzt sein, erst dann können die Schüler umziehen“, sagt sie und weiter: „Vorausgesetzt alle Gelder werden für alle Maßnahmen bereitgestellt, wird das Projekt frühestens 2025 – für diese große Baumaßnahme sehr sportlich angesetzt – fertig sein.“ Der Bedarf an Grundschulplätzen in der Innenstadt sei aber bereits heute sehr hoch, betont Neukirchner. „Der Standort Prinz-Ferdinand wird für den Westen erste Erleichterung bringen, aber in Mitte wissen wir nicht, wohin mit dem Schülern.“ Die CDU-Politikerin fordert: „Wir brauchen eine schnelle Lösung.“

Zudem fürchtet die CDU-Mitte um ihre schulpolitische Sprecherin Neukirchner, dass an der Hofstraße nicht ausreichend Platz vorhanden ist, um dort mit Kita, Grundschule und Familienzentrum ein Raumprogramm umzusetzen, das eine moderne Grundschulpädagogik erfordert. Bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte im Oktober erklärte Eva Kesseler für ihre Fraktion, die CDU favorisiere einen großzügigen Grundschulneubau als „eine Chance für Inklusion und zeitgemäßen Schulunterricht“.

Ein solcher Neubau, der den Grundschülern ein großzügiges und  ungestörtes Lernumfeld biete, „könnte nicht nur für Krefeld Modellcharakter haben, sondern auch beispielhaft sein für alle neu gebauten Grundschulen in NRW“, sagte Kesseler damals in der BZV Mitte. Nur so habe auch das gemeinsame Lernen im Grundschulalter und Inklusion in der Zukunft eine Chance.

Für Stefanie Neukirchner ist damit die lange Mängelliste an der Machbarkeitsstudie noch nicht abgearbeitet: Ob der Abriss der Turnhalle wirklich notwendig sei, bleibe unbeantwortet, moniert die CDU-Ratsfrau. „Erwähnt wird auch nicht die Nutzung des Polizeisportvereins im Keller der Turnhalle.“ Zudem seien keine Parkflächen – „weder für die Schule noch für die Kita“ – vorgesehen. „Die legt man mangels Platz in die neu zu errichtende Quartiersgarage. Allerdings sind hier bisher keine Mittel im Haushalt vorhanden“, ärgert sich Neukirchner und betont: „Deshalb bleibe ich dabei: Prinz-Ferdinand herrichten, zeitgleich den Neubau Hofstraße planen und nach dem Umzug abreißen und neu bauen.“ So blieben sowohl die Turnhalle und der komplette alte Baumbestand erhalten, „Stellplätze und die fehlenden Grundschulplätze wären schneller vorhanden. Diese Lösung würde auch nur 15 Millionen und nicht 46 Millionen Euro kosten.“

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