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Stadt muss sich Vertrauen der Anwohner erarbeiten

Kommentar : Stadt muss sich Vertrauen der Anwohner erarbeiten

Über den Standort für das neue Drogenhilfezentrum wird heftig diskutiert. Der ist nicht ganz unproblematisch. Deshalb zweifeln Anwohner, ob die versprochene Sicherheit und Aufwertung des Quartiers gelingt.

Niemand hat offiziell in Krefeld etwas gegen ein Drogenhilfezentrum, bis auf die FDP, die im Bezirk Mitte betont, sie wolle keinen Drogenkonsumraum. Alle anderen fangen ihre Beiträge damit an: „Wir sind ja für eine fachgerechte Hilfe für Drogensuchtkranke, aber . . . die Schwertstraße ist der falsche Standort.“ Zumindest die Räumlichkeiten der ehemaligen Kita eignen sich bestens dafür, dort ein Drogenhilfezentrum mit den Bausteinen Café Pause für Aufenthalt und Beratung, mit einem menschenwürdigen Konsumraum sowie einer medizinischen Versorgung der Besucher einzurichten. Dazu müssen gesetzliche und räumliche Vorgaben genau erfüllt sein. 

Ob der Standort der richtige ist? Das hängt laut Fachleuten auch davon ab, ob es einen weiteren Ort im Viertel gibt, wo die Drogenabhängigen sich frei aufhalten können – wie jeder andere Bürger auch sich frei bewegen kann. Vorausgesetzt, er ist keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Und genau da schwindet zunehmend das Vertrauen der Menschen in den angrenzenden Quartieren in die Stadt, dass das erarbeitete umfassende Sicherheits- und Quartierskonzept verhindert, dass die sozialen Probleme im Viertel noch größer werden. Dabei bietet das Konzept mit seiner bislang einmaligen Quartiersarbeit die Chance für eine langfristige Standortverbesserung. Ähnlich der Herbertzstraße, die sich mit den Jahren vom Obdachlosen-Viertel zum Vorzeige-Objekt entwickelt hat.