Stadt Monheim klagt gegen Bayer-Pipeline

Stadt Monheim klagt gegen Bayer-Pipeline

Mehrere Städte im Kreis Mettmann wollen das Projekt verhindern. DIe Begründung: Die Gefahr einer Leckage sei zu groß.

Krefeld. Mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geht die Stadt Monheim jetzt gegen die geplante Kohlenmonoxid-Pipeline der Firma Bayer Material Science AG vor. Die insgesamt 68 Kilometer lange Leitung wird zwischen den Werken Dormagen und Uerdingen verlegt und quert zweimal den Rhein.

Dagegen sieht Dünchheim gute Chancen. "Der Planfeststellungsbeschluss steckt voller Widersprüche. So wird angeführt, die Pipeline sei notwendig, um Arbeitsplätze zu sichern. Tatsache ist aber, dass Bayer die Koksvergasung in Uerdingen schließen will, sobald die Pipeline in Betrieb ginge. Bayer behauptet zwar das Gegenteil, die Schließung der Koksvergasung geht aber aus Seite 473 des Planfeststellungsbeschlusses hervor. Die Pipeline würde also nicht Arbeitsplätze sichern, sondern gefährden", so der Verwaltungschef.

Die Stadt Monheim wird das weitere Vorgehen mit dem Baumberger Landwirt Heinz-Josef Muhr abstimmen, der als von Enteignung bedrohter Grundeigentümer ebenfalls gegen die Pipeline klagt. Geprüft wird zudem, ob das vom Landtag beschlossene Gesetz für den Bau der Rohrleitung verfassungsgemäß ist.

Die Pipeline ist ein gemeinsames Projekt der Bayer MaterialScience AG und der Bayer Industry Services GmbH mit dem Unternehmen Wingas.

Die European Pipeline company (EPDC) hat ihre Beteiligung zurückgezogen.

Die Pipeline führt über 68 Kilometer und dient dem Transport von gasförmigem Kohlenmonoxid (CO), welches für die Kunststoffproduktion benötigt wird. Es wird im Dormagener Werk hergestellt. Das in Uerdingen verarbeitete CO wird derzeit in einer eigenen Verkoksungsanlage hergestellt, deren Betrieb, laut Bayer, nicht eingestellt werden soll.

Per Gesetz hat der Landtag den Bau der Pipeline beschlossen, die den Chemie- und Kunststoffstandort sichern soll.

In mehreren Städten des Kreises Mettmann ist der Bau äußerst umstritten. Zu groß sei die Gefahr, wenn es zu einer Leckage komme.

Zwei Rohre für Erdgas und CO liegen bereits seit November im Flussbett bei Uerdingen. Sie sind Teil der Pipeline.

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