Stadt Krefeld steht bald ohne Obdachlosenunterkunft da

Notschlafstelle : Stadt Krefeld steht bald ohne Obdachlosenunterkunft da

Die städtische Obdachlosenunterkunft in Krefeld sollte eigentlich bald an einen neuen Standort ziehen. Nun gibt es offenbar einen Streit, der die Pläne zunichte macht. Die Verantwortlichen stehen unter Zeitdruck.

Mal sind es fünf Menschen, mal sind es zehn oder 30. In den vergangenen Monaten hat die Notschlafstelle der Stadt in der ehemaligen Don-Bosco-Schule einen enormen Zulauf. Wie üblich suchen in den Wintermonaten vermehrt Menschen ohne Wohnsitz die Obdachlosenunterkunft an der Feldstraße auf. Auch wenn die ehemalige Schule Plätze für bis zu 90 Menschen bietet, sind die Gegebenheiten vor Ort teilweise nicht unproblematisch. Deshalb sollte mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten an der Oppumer Straße vieles besser werden. Doch wie die WZ jetzt erfuhr, gibt es nicht nur enorme Probleme bei der Renovierung der neuen Obdachlosenunterkunft. Längst sind die Umzugspläne gestoppt worden.

Der Sanierungsaufwand in dem Gebäude soll zu groß sein, allein die Instandsetzung der gesamten Trinkwasseranlage – derzeit herrscht Legionellengefahr – würde Monate in Anspruch nehmen. Die bereits fast ein Jahr andauernden Renovierungsarbeiten wurden von Seiten der Stadt gestoppt. Mit dem Vermieter befindet sich die Verwaltung nach eigenen Angaben in einem Rechtsstreit. Kommuniziert werden soll nur noch über Anwälte. Der Vermieter wollte sich auf Nachfrage der WZ nicht zu den Differenzen mit der Stadt äußern.

Anwohner müssen Nutzung
der Notschlafestelle zustimmen

Weil die Ausnahmegenehmigung zur Nutzung der Don-Bosco-Schule Ende März ausläuft, steht die Stadt enorm unter Zeitdruck. „Inwieweit eine zeitliche Verlängerung der Nutzung der ehemaligen Schule als Obdachlosenunterkunft erfolgen kann, wird zurzeit geprüft. Parallel dazu wird intensiv nach einer alternativen Unterbringungsmöglichkeit gesucht“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Die Don-Bosco-Schule kann nur dann weiter als Notschlafstelle genutzt werden, wenn die Anwohner der Feldstraße diesem Vorhaben zustimmen würden. Sollte dies nicht der Fall sein und die Stadt bis Ende März kein anderes geeignetes Haus finden, steht die Stadt ab April ohne eigene Notschlafstelle da.

Das dafür angedachte Gebäude an der Oppumer Straße steht auf dem ehemaligen Gelände der Firma Hellenthal. Es ist von der Stadt im Zuge der Flüchtlingskrise zur Unterbringung von Asylsuchenden für insgesamt 20 Jahre angemietet worden.