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Stadt Krefeld soll Alkoholverbot auf dem Lutherplatz prüfen

Ärger vor Ort : Alkoholverbot auf dem Lutherplatz?

Kindern der anliegenden Kita sollen unschöne Anblicke erspart werden. SPD prüft, ob ein Antrag Chancen hat.

„Ursprünglich war dieser wunderschöne Platz dazu gedacht, dass sich die Menschen hier im Süden treffen und klönen können“, sagt Gisela Brendle-Vierke. Seit dem Umbau des Platzes vor wenigen Jahren werde der Platz aber vor allem von betrunkenen Menschen bevölkert – auch tagsüber. „Je nach Wetter sind es zwischen fünf und 25 Personen, manchmal sogar noch mehr. Und da werden in der Öffentlichkeit sogar größere Geschäfte verrichtet“, beschreibt die Bezirksvorsteherin für Krefeld-Süd die teils sehr unschönen Anblicke.

Unschön seien diese besonders auch für die Kinder, die die anliegende Kita Christian-Roos-Straße besuchen. „Das sind nicht gerade beispielhafte Anblicke für die Kinder“, so Brendle-Vierke. Und auch für die Eltern sei der Gang über den Platz unangenehm. „Man wird zwar nicht angepöbelt, aber diese Personen geraten untereinander häufiger in Streit.“ Und dadurch würden Passanten verängstigt.

Seit rund einem Jahr gibt es die Kindertagesstätte am Lutherplatz. „Ursprünglich hatten wir gehofft, dass es durch die Ansiedlung der Kita ungemütlicher für die Personen auf dem Lutherplatz wird und sie sich einen anderen Ort suchen“, sagt Brendle-Vierke. Doch die erhoffte Wirkung blieb aus.

Stattdessen, so bemängelt die Bezirksvorsteherin, werden regelmäßig zweimal in der Woche von Privatleuten Suppe und belegte Brötchen an die Menschen auf dem Lutherplatz ausgegeben. „Das bestätigt diese Leute natürlich darin, dass sie sich am richtigen Platz befinden, und sie planen das Essen dort auch schon fest für sich ein.“

Privatpersonen geben Essen
an die Betrunkenen aus

Diese „Speisung“ sei gut gemeint und an und für sich ja auch in Ordnung, allerdings an einem anderen Ort besser aufgehoben. „Um die Ecke in der Melanchthonstraße gibt es eine Notschlafstelle, in deren Innenhof könnte man doch beispielsweise das Essen ausgeben“, schlägt die SPD-Frau vor.

Nicht nur vorschlagen, sondern auch beantragen will sie bei der Stadt ein Alkoholverbot für den Lutherplatz. „Es soll ein platzbezogenes Alkoholverbot sein“, sagt Brendle-Vierke – in dem Wissen, dass solche Verbote rechtlich nicht so einfach durchzusetzen sind. „Derzeit liegt der Antrag beim Oberbürgermeister und es wird geprüft, ob er Erfolg haben kann.“

Denn dass dies alles andere als garantiert sei, habe man beispielsweise in Duisburg gesehen. Dort hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf im vergangenen Jahr ein innenstadtweites Alkoholverbot gekippt.

Seit Längerem beschäftigt sich auch die Stadt Krefeld bereits mit der Möglichkeit, an einigen Orten der Stadt ein Alkoholverbot zu verhängen – beispielsweise am Theaterplatz, aber auch an Eingangsbereichen von Kitas, Schulen, Sportanlagen, Bolzplätzen und Freizeiteinrichtungen. „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, das Verbot auch für den Theaterplatz festzulegen“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer im September. Da war das Problem bereits Thema im Rat, wurde allerdings vertagt. Seither gab es noch nichts Neues.

„Das Thema liegt noch zur Festlegung bei der Verwaltung“, bestätigt Stadtsprecher Timo Bauermeister. Der Punkt gehört zum Maßnahmenkatalog „Handeln und Helfen“ mit 16 weiteren, um die Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit insbesondere in der Innenstadt besser in den Griff zu bekommen. In der Zwischenzeit verweist die Stadt auf den Kommunalen Ordnungsdienst. „Der prüft ja auch auf dem Lutherplatz, und das kann auch schon etwas bewirken“, so Bauermeister.