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Stadt Krefeld löst Gottesdienst der Freikirchlichen Gemeinde auf

Corona-Schutz missachtet : Stadt Krefeld löst Gottesdienst auf

Eine freikirchliche Gemeinde in Krefeld hatte den Corona-Schutz missachtet. 24 Kirchgänger wurden nach Hause geschickt.

„Ein bisschen heikel“ nennt Oberbürgermeister Frank Meyer einen Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung, der am Freitag bekannt geworden ist: Eine freikirchliche Gemeinde im Stadtgebiet hatte einen Gottesdienst abgehalten. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wurde er vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) und der Polizei aufgelöst. 24 Kirchgänger und der Pfarrer hatten teilgenommen. Meyer äußerte zwar Respekt zu religiösen Versammlungen, doch die Schutzverordnung lasse hier keinen Spielraum. Alle anderen kirchlichen Gemeinschaften hielten sich auch daran.

Nach wie vor tut dies der Großteil der Krefelder Bevölkerung. Einzig die Drogen- und Alkoholkranken bereiten KOD und Polizei in dieser Hinsicht weiter Sorgen.

Etwa 80 neue Plätze in der Notbetreuung von Kindern

Meyer berichtete weiter, das Helios-Klinikum werde zwei an Corona erkrankte Niederländer aufnehmen, um sie intensivmedizinisch zu behandeln: „Wir haben die Kapazitäten dafür. Gute Nachbarschaft zu den Niederlanden darf nicht nur bei Sonnenschein zu Tage treten, sondern muss auch an Regentagen gelten.“ In Krefeld gibt es 89 Intensivbetten, nur sechs werden derzeit von Corona-Patienten belegt.

Eine neue Rechtsverordnung des Landes sorgt dafür, dass auch in Krefeld die Notbetreuung von Kindern ausgeweitet wird. Schulen und Kitas müssen ab sofort von häuslicher Gewalt Betroffene aufnehmen. Bisher war die kostenlose Notbetreuung nur für Kinder von systemrelevanten Personen vorgesehen.

Sozial- und Jugenddezernent Markus Schön begrüßt die Ausweitung: „Kindesschutz ist ein hohes Gut.“ Um der Verordnung Rechnung zu tragen, werde man neue Betreuungsgruppen einrichten. Bislang werden 175 Kinder in Schulen und 250 in Kindertagesstätten betreut. Nach Auskunft von Schön kommen jetzt etwa 80 hinzu. Die Betreuung erfolge in Kleingruppen von maximal fünf Kindern.

Der Dezernent berichtet außerdem von vielen Anfragen von Wohlfahrtsverbänden und sozialen Dienstleistern, die aktuell ihren Aufgaben nicht wie gewohnt nachkommen können und deshalb Einnahmeausfälle fürchten. „Wir versuchen, niemanden im Regen stehen zu lassen“, betont Schön. Gemeinsam mit den Unternehmen wolle man kreative Lösungen finden, um weiterhin Leistungen zu erbringen.

Zwar sind zum Beispiel die Offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen. Andererseits ergeben sich aber auch neue Betätigungsfelder. Als Beispiel nennt Schön die Aktion „Krefeld solidarisch – Jugend hilft“, über die Einkaufshilfen für Risikogruppen organisiert worden waren. Auch das Internet komme bei der Beratungsarbeit zum Einsatz. Niemand müsse sich um die Finanzierung Sorgen machen.

Kleine wie große Träger im Sozial- und Jugendbereich wolle die Stadt auch in dieser Krisenzeit über Wasser halten. Alles andere könne man sich mit Blick auf die Phase danach gar nicht erlauben. Anfang der nächsten Woche wird Schön das Thema in einer Telefonkonferenz mit den Wohlfahrtsverbänden und der Agentur für Arbeit weiter vertiefen.