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Prostitution: Sperrbezirk Ritterstraße: Anwohner sind froh

Prostitution : Sperrbezirk Ritterstraße: Anwohner sind froh

Die Straßenprostitution in Dießem ist ab 22. Dezember verboten. Ende 2017 muss die Stadt über die Auswirkungen der Maßnahme berichten.

Krefeld. Brigitte Uhlen ist erleichtert. Die Entscheidung zur Ausweitung des Sperrbezirks im Bereich Neue Ritterstraße freut sie nach eigenen Angaben riesig. „Der Oberbürgermeister hatte uns bereits am Donnerstagnachmittag über die Entscheidung der Bezirksregierung Düsseldorf informiert“, sagt sie. Schnell hätte sich unter den Anwohnern im Umfeld der Neuen Ritterstraße die positive Nachricht herumgesprochen. „Seit sechseinhalb Jahren leiden wir hier unter den Begleitumständen der Straßenprostitution“, berichtet Brigitte Uhlen, die zugibt ein mulmiges Gefühl zu haben, wenn sie abends auf dem Heimweg durch den Bereich gehen muss, in dem Prostituierte ihre Dienste anbieten.

Zusammen mit vielen anderen ist sie Mitglied der Interessensgemeinschaft „Straßenstrich“, die Verwaltung und Politik mehrfach auf die problematischen Umstände vor ihren Wohnungstüren aufmerksam gemacht hatten. Erst in einer öffentlichen Anhörung im Oktober hatten die Bürger nochmals deutlich gemacht, dass sich der Ortsbereich für sie durch die Straßenprostitution zu einem „Angstraum“ entwickelt habe.

Die Sorgen der Bürger wurden von der Politik zum Thema im Ordnungsausschuss gemacht. Oberbürgermeister Frank Meyer beantragte daraufhin bei der Bezirksregierung in Düsseldorf die zeitlich unbegrenzte Ausweitung des Sperrbezirks im Umfeld Neue Ritterstraße.

„Das vollständige Verbot der Straßenprostitution war einfach notwendig. Die Einrichtung des befristeten Sperrbezirks hatte für die Anwohner und andere Betroffene keine Entlastung gebracht. Im Gegenteil: Die Straßenprostitution hat sich mit allen negativen Begleiterscheinungen dort etabliert“, erklärt Meyer.

Der Sperrbezirk erstreckt sich von der Voltastraße über Fütingsweg und Bäkerpfad bis zur Untergath. Von da aus bis zur Kreuzung Dießemer Bruch bis zur Eisenbahnunterführung und wieder zurück zum Schnittpunkt Voltastraße.

Zum 31. Dezember 2017 sollen Stadt und Polizei bei der Bezirksregierung einen Bericht zur Einschätzung der Situation nach der erfolgten Ausweitung des Sperrbezirks abgeben, um die neue Situation zu bewerten.

Neben der Verwaltung bedankte sich auch die SPD bei Regierungspräsidentin Anne Lütkes für die Entscheidung zur Ausweitung des Sperrbezirks. Gleichzeitig mahnen die Sozialdemokraten, dass mit dem erweiterten Sperrbezirk eine enge und stetige Überprüfung durch den Kommunalen Ordnungsdienst und die Polizei zur Einhaltung der Vorgaben einhergehen müsse. „Zudem muss frühzeitig beobachtet werden, ob sich der Straßenstrich möglicherweise an anderer Stelle entfaltet“, so SPD-Ratsherr Hans Butzen.

Bisher war nach einem Beschluss der Bezirksregierung vom Juli 2014 die Prostitution zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens im Umfeld der Neuen Ritterstraße zulässig.