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So war das Street-Food-Festival in Krefeld

Umfrage : So war das Street-Food-Festival in Krefeld

Können Veranstaltungen mit Foodtrucks noch überzeugen? Eine Umfrage auf dem Dionysiusplatz.

Festivalstimmung am Samstag auf dem Dionysiusplatz: Eine Band spielt auf einer kleinen Bühne, Foodtrucks reihen sich ringsherum. Die Bierbänke und Liegestühle in der Mitte sind gut gefüllt, Familien mit Kinder sitzen dort, verzehren Pommes, Teenager nippen an einer Cola, Gruppen mittleren Alters spazieren an den Ständen vorbei auf der Suche nach dem leckersten Häppchen, ältere Herrschaften blicken neugierig umher. Es ist was los, nicht nur in der Fußgängerzone, auch bei dem ersten „Street Food Music Festival“ in Krefeld.

Die Veranstalter haben auch „Krefeld Karibisch“ organisiert

Die Reihe läuft in ganz Nordrhein-Westfalen, die Veranstalter setzen darauf, die Besucher zu unterhalten, zusätzlich zu den Ständen mit jeder Menge Snacks. Mit „Krefeld Karibisch“ waren sie Ende Juni schon mal in der Stadt. Auch andere Veranstalter haben in Krefeld schon Foodtrucks eingeladen, um auf der Straße eine Vielfalt an Essen und Unterhaltung anzubieten. Bei der jetzigen Veranstaltung gehörte ein dreitägiges Programm mit Livebands dazu ebenso wie ein Kindertag mit Schminken und anderen Aktionen. Wie das bei den Besuchern ankommt, zeigt eine Umfrage auf dem Dionysiusplatz:

 „Wir kennen die Reihe schon aus Duisburg“, erzählen Jenny Becker und Pierre Thimm. Das Konzept finden sie gut, somit war klar, dass sie es auch in Krefeld ausprobieren, wo Becker herkommt. Das sommerliche Wetter hat sie zudem in die Innenstadt gelockt. „Die Bands, die hier auftreten, sind auf jeden Fall besser als in Duisburg“, sagen sie. Dafür finden sie das Angebot an Snacks nicht so vielfältig. Unter den etwa 20 Ständen sind gleich mehrere mit Pommes unterschiedlichster Art, mit Burgern, auch Falafel gibt es mehr als einmal.

Die Foodtrucks mit bekannten Snacks, aber dafür teils ungewöhnlichen Zutaten, sind auch beliebt, zumindest nachmittags. Für um die fünf Euro bekommt man dort eine kleine Mahlzeit. Zudem gibt es Currywurst, Tacos, Käsespätzle, Spanferkel, aber auch vegane Döner, Crêpe und Waffeln. Die Gastronomen werben mit Soßen wie Mango, Banane oder Erdbeere zur Wurst und auch auf die Pommes gibt es fast alles an Gemüse, Fleisch und Soßen.

 Auch internationale Küche ist vertreten: unter anderem mexikanisch, kanadisch, holländisch, jamaikanisch. Haute Cuisine findet man hingegen kaum auf dem Festival. Bei einem Anbieter mit Ziegenkäse-Variationen, an einem Fischstand, der wie ein Schiff aufgebaut ist, und bei einem Inder mit Hauptspeisen um die zehn Euro ist so gut wie nichts los. „Ich finde das Essen auf dem Festival überteuert, für das, was man bekommt“, sagt eine junge Frau dazu, die sich einen Weg zwischen den vielen Besuchern sucht. Diese sind ohnehin vor allem da, weil etwas los ist, meinen manche: „Jede Veranstaltung tut der Stadt gut. Früher gab es viel mehr Aktionen“, sagt Hansjürgen Reiner, der seit 70 Jahren in Krefeld lebt.

 Viele Stände haben herzhafte Kost angeboten. Dazu gab es auch eher ungewöhnliche Soßen. 
Viele Stände haben herzhafte Kost angeboten. Dazu gab es auch eher ungewöhnliche Soßen.  Foto: Lothar Strücken

Musik ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes

Er erinnere sich mit Wehmut an Modenschauen und große Weihnachtsmärkte. Das aktuelle Festival genieße er. Spanferkel und nach einiger Zeit dann noch eine Currywurst waren lecker, auch die Musik mag er – obwohl Schlager eher seinen Geschmack treffen.

Auch Daniela Schröder fühlt sich wohl. Auch sie war schon bei anderen Street-Food-Veranstaltungen, zu viel wird es ihr allerdings nicht. „Es gibt ja überall anderes Essen“, sagt sie. Vor allem mag sie die Atmosphäre, die Musik. Auch einige der Anbieter profitieren von der Kombination, wie Marco Peters von „Iss doch Wurscht“. Sein Truck ist jedes Wochenende auf Food-Festivals unterwegs, auch Krefeld kennt er. „Wenn Bands spielen, dann bleiben die Leute. Die Stimmung ist gut. Da macht das Arbeiten nicht nur Spaß, sondern davon haben in der Regel alle was – vorausgesetzt, das Essensangebot passt dazu“, sagt er. Er ist gerne wieder dabei. Und auch bei den Besuchern ist eine Neuauflage im nächsten Jahr wohl erwünscht.