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So haben WZ-Leser das Unwetter erlebt

So haben WZ-Leser das Unwetter erlebt

Gegen 6 Uhr hat es in Krefeld golfballgroße Hagelkörner geregnet. So haben die Leser der WZ das dramatische Unwetter erlebt.

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p class="text"><strong>Astrid Peerebooms hat das Naturschauspiel im Nordbezirk verfolgt: "Geweckt wurde ich schon kurz bevor der Hagel kam, da es zumindest bei uns ein leichtes Gewittergrollen gab. Dann ging aber alles recht schnell - ich hörte die ersten Hagelkörner - nein sorry, Hagelbälle, konnte aber aus meinem Schlafzimmerfenster noch nicht viel erkennen. Das blieb nicht lange so, schon nach einer halben Minuten waren dann die ersten Hagelkörner sichtbar bis ich auf einmal das Gefühl hatte, dass es sich hier nicht um Hagelbälle sondern um Ping-Pong-Bälle handelte, denn sobald sie auf dem Boden aufkamen prallten sie auch gleich wieder ab und sprangen in die Luft. War ich zu diesem Zeitpunkt noch froh, dass mein Auto in der Garage stand, verlor sich dieses "Glücksgefühl" als ich ca. eine halbe Stunde später den Wagen aus der Garage holte, denn die Hagelkörner hatten es tatsächlich geschafft, auch das Garagendach teilweise zu zerstören, so dass kleine Teile des Dachs auf mein Auto fielen und auch die Garage mehr oder weniger unter Wasser gesetzt wurde. Ich wünsche allen, die es dann doch noch schlimmer getroffen hat, dass der Schaden kulant und schnellstmöglichst behoben und repariert wird."

Lutz Lenders kommentiert das Unwetter: "Wir können von Glück reden, daß der Hagel nicht später herunterging. Wären mehr Menschen unterwegs gewesen, hätte es durchaus Todesopfer geben können. Meine Hunde haben mich Schlag sechs aufgeregt geweckt. In den zehn bis 15 Minuten habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Glücklicherweise blieb es bei zerschmetterten Fenstern und Lichtkuppeln, und einem Auto mit "Windpocken". Und der gesamte Gemüseanbau ist hin. Gottlob blieb der Personenschaden den Meldungen nach "im Rahmen". Besonders schade finde ich die Verluste im Krefelder Zoo. :-((("

Julia Lipke: "Geweckt wurde ich am Morgen des 30.05. gegen 5.50 Uhr von einem lauten Rauschen. Es dauerte einen Augenblick bis ich realisierte, dass es sich um Hagel handelte. Da fiel mir das Badezimmerfenster ein: es war geöffnet. Ich wollte das Dachfenster schließen, wurde jedoch vom Eintreffen großer Hagelkörner daran gehindert. Ein, zwei dieser Geschosse trafen mich an den Armen, bevor ich das Fenster schließen konnte. In der Wohnung war es unangenehm laut, die Wände und der Boden vibrierten stark. Das Geräusch war ähnlich dem eines vorbeifahrenden Güterzuges, das Beben des Hauses einem Erdbeben gar nicht unähnlich. Dieser Zustand dauerte gefühlte 20 Minuten. Selbst meine - sonst Unwetter verschlafenden - Frettchen waren unruhig und liefen nervös auf und ab. Die 13 cm tiefe, etwa 25 cm breite sich über die gesamte Hauwand erstreckende Regenrinne war nach dem Schauer fast vollständig mit Hagel bedeckt. Die auf der Fensterbank stehenden Blumenkästen wurden förmlich beim Aufprall der Körner zerrissen. Meinen Schnittlauch kann ich wohl vergessen. Die Bäume geben nun den Blick auf die andere Straßenseite frei, denn sie wurden stark entkleidet. Man könnte diesen Morgen mit einem Ausnahmezustand beschreiben, auch weil ich sonst nie vor sieben das Bett verlasse."

Aus Königshof berichtet uns Sascha Rülicke: "Wir sind gegen 5.50 Uhr vom Donner geweckt worden. Da wir unter dem Dach wohnen, achten wir bei Unwettern darauf, dass alles zu und soweit gesichert ist. Auf dem Weg zum Bad noch ein kurzer Besuch im Arbeitszimmer, um zu sehen, ob unser einziges Schrägfenster auch gut verschlossen ist. Dann hörten wir schon ein Grollen und Trommeln, nachdem die ersten Tropfen auf die Scheibe gefallen waren ging es auch schon los. Es trommelte überall, auf dem Dach, gegen die Rolladen, auf das Fenster und es wurde draußen sehr schnell weiß. Fast die gesamte Straße, die Wiese vor dem Haus und die Gärten bei uns in Königshof waren von großen Hagelkörnern bedeckt. Ich konnte oder musste am Fenster zusehen, wie mein Auto immer wieder von den großen Hagelkörnern getroffen wurde, manche sprangen weg, andere zerplatzten auf dem Autodach. Zum Glück haben immerhin die Scheiben gehalten, ein Glück, das wohl viele andere Autofahrer in Krefeld nicht hatten. Die Bäume wurden zerfleddert und auf den weißen "Bällen" lagen wie zur Dekoration grüne Blätter und Äste. Immerhin hielt auch unser Dachfenster. Die Hauptbeschäftigung vieler Autofahrer bestand wohl heute darin das Auto zu fotografieren und den Schaden weiter zu geben."

"Mir sitzt der Schreck noch in den Knochen", schreibt Birgit Platz. "Zum Glück ist bei mir nichts passiert, was nicht mit Arbeit wieder in Ordnung zu bringen ist. Keine Fenster kaputt und mein Motorrad und mein Auto (Mini-Cabrio) stehen sicher in der Garage. Sonst wäre für mein Auto bestimmt ein neues Verdeck fällig gewesen... Nur meine Dachterasse ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Körner - eher Klumpen - sind zentimetertief in den Boden geschlagen. Für diese Schäden (kaputte Blumenkästen usw.) kommt die Versicherung allerdings nicht auf."

Maren Offermanns berichtet: " Um 5.50 Uhr wurden wir von Rauschen und anschließendem heftigsten Geprassel auf unser Flachdach und den Weg vorm Haus geweckt. Das war so unvorstellbar laut, so etwas haben wir noch nicht erlebt. Mein Mann dachte zuerst an einen Tornado, während mir irgendwie klar war, dass das von Hagel kommt. Die Kinder waren dann auch direkt wach und riefen, also erstmal beide beruhigt und in unser Bett gepackt. Wir haben dann die Haustür aufgemacht und konnten kaum fassen, was wir da sehen. Mehrere Zentimeter große Hagelkörner, die auf alles niederprasselten, total unwirklich. Das ging ca. 10 Minuten, dann hat es noch etwas gegossen, und dann war der Spuk vorbei. Noch im Regen ist mein Mann zu den Autos und meinte da noch, daß nichts zu sehen ist.......... Wir sind dann wieder ins Bett, aber an schlafen war nicht mehr zu denken, und kurz darauf sind wir alle aufgestanden. Haben dann im Garten nachgeschaut, einen Gartentisch hat es zweimal durchschlagen, drei Solarlampen sind hinüber, ein Eimer und eine Gießkanne sind kaputt. Dann ist mein Mann wieder zu den Autos und meinte danach, daß alle Autos Dellen von den Hagelkörnern haben. Mein Auto hat noch halbwegs Glück gehabt, da ein Baum den Hagel etwas abgefangen hat, aber der Firmenwagen meines Mannes sieht wohl schlimmer aus, ebenso das Auto von Schwiegereltern (und meine Schwiegermutter hat heute Geburtstag!). Immerhin sind bei ihnen Dachfenster und auch der Wintergarten heil geblieben. Sieht bei vielen anderen hier in Krefelds Süden anders aus...... Draußen liegen überall Blätter und kleine Äste, jeder begutachtet sein Auto und räumt auf. Was für ein Tag!!!!"

Florian Rövekamp schreibt: "Ich wohne in Fischeln und habe den Hagelschauer heute morgen wie folgt erlebt. Ich bin aufgewacht durch ein lautes Rauschen. Ich dachte zuerst das wäre die Kehrmaschine und ich hätte verschlafen. Da hörte man auch schon die ersten Hagelkörner einschlagen. Unser Dachfenster ist kaputt, bei unseren Nachbarn das Dach und mein Auto hat einen wirtschaftlichen Totalschaden... Wahnsinn..."

Auch Jochen Schmitz hat den Hagelschauer in Fischeln, auf der Wilhelm-Stefen-Straße, erlebt: "Ich war gerade dabei aufzustehen, als es los ging. Hat sich angehört, als ob draußen Krieg ausgebrochen ist. Irre!"

Achim Roß hat das Unwetter im Tackfeld mitbekommen. Er berichtet: "Es war ein absoluter Albtraum was wir heute morgen erlebt haben! Der Hagel schlug mit so unglaublicher Gewalt zu, dass wir keine Chanche hatten, etwas in Sicherheit zu bringen! Unsere Kunststoffrinne wurde durchschlagen und dadurch ergoss sich ein Wasserfall in unsere Veranda! Aber wir hatten noch Glück im Unglück. Bei unseren Nachbarn brach Wasser durch das Dach und einige Wintergärten wurden vollständig zerstört! Alle Fahrzeuge waren zerschlagen und verbeult!
Gott sei Dank, ist niemand körperlich zu Schaden gekommen! Nun heisst es anpacken und wieder alles ins Lot bringen!"

Stephan Eick hat in Hüls Nord-West die Ausläufer des Hagelschauers mitbekommen. Er schreibt: "Als das Gewitter heute gegen 6 Uhr den Hülser Nord-Westen erreichte, hatte es noch eine große Anzahl bis zu 2,5 cm großer Hagelkörner im Angebot. Dieser heftige Hagelschauer dauerte ca. 6-8 Minuten und ging dann immer mehr in Regen über."

In der Wohnung von Kurt Heinrichs an der Ecke Uerdinger und Kaiserstraße sind gleich vier Scheiben zu Bruch gegangen. Er schreibt: "Auch ich bin durch das unheimliche Brausen aufgeweckt worden, und dann schlugen schon die ersten Hagelkörner lautstark ein. Auf dem Balkon unter meinem Schlafzimmerfenster wurden die Kunststoffstühle von Hagelkörnern durchlöchert. Nachdem ich etwa eine Minute am Schafzimmerfenster zugeschaut hatte, beschlich mich ein ungutes Gefühl, und ich bin eine Etage höher in mein Wohnzimmer gegangen, das im Dachgeschoss liegt. Dort habe ich 7 schrägstehende Veluxfenster. Bereits auf der Treppe nach oben hörte ich diesen widerlich dissonanten Ton von Hageleinschlägen auf zerborstenem Glas. Und dann sah ich die Bescherung - in weniger als einer Minute waren 4 Dachfenster zerschlagen worden. Etwa 4 Stunden haben wir geräumt und gewerkelt, die Scherben entfernt und dann die Fenster mit Folie abgedeckt. Nun warten wir auf den Glaser, der zugesagt hat, heute noch vorbei zu schauen, um möglichst rasch für neue Scheiben zur sorgen."

Tatjana Salven schreibt: "Als ich heute morgen um 6:00 aus dem Haus ging, hab ich wirklich gedacht, ich seh nicht richtig.Gehört hab den Hagelsturm schon im Treppenhaus, weil der Hagel auf das schräge Dachfenster im Treppenhaus geknallt ist. Als ich unten bei der Eingangstür (aus Glas) ankam, knallten die Hagelkörner schon mit einer Geschwindigkeit auf die Straße, wie ich es noch nie gesehen habe. Habe zwischendurch gedacht, das Fenster würde kaputtgehen, so laut war das Geknalle.
Dann habe ich ca. 10-15 min. gewartet, und als der Hagel aufhörte, bin ich raus auf die Straße. Die ganze Gartenstraße war zugehagelt und bei dem neuen Audi, der vor der Tür stand, war das Heckfenster komplett zersprungen und es regnete noch ins Auto rein. Auf dem Weg zur Arbeit hab ich mindestens noch 6 weitere Autos mit dem gleichen Schaden gesehen und fast alle Wege waren mit Blätteren und Ästen bedeckt, die ziemlich rutschig waren. Zwischendurch musste ich echt überlegen, wie ich die Straßen überqueren konnte, weil die Pfützen so breit und tief waren. So ein Wetter wie gestern und heute hab ich noch nie erlebt."

Birgit Locke berichtet aus dem Wohngebiet Kliedbruch: "Wir saßen beim Frühstück, als plötzlich die Vögel in den Bäumen aufgeregt hin- und herflogen und die Tauben die Dächer verließen. Unsere beiden Katzen haben sich einen Unterschlupf in der Wohnung gesucht. Es wurde sehr grau und unerklärlich laute Geräusche kamen auf. Dann öffnete der Himmel die Schleusen und golfballgroße Hagelkörner fielen auf unseren Balkon. Der Wilmendyk war augenblicklich von großen Hagelkörnern bedeckt. Autos die dort standen haben erhebliche Schäden erlitten."

Alexander Schneider schreibt von der Luisenstraße: "Ich schlummerte, als mich ein seltsames Geräusch wach werden ließ. Ich dachte erst, dass Handwerker irgendwo arbeiten, doch als ich richtig bei Sinnen war und ich sah, wie gelb der Himmel sich verfärbte um diese Uhrzeit, da war mir bewußt, was das "Plock, Plock" bedeutete. Erst kamen nur vereinzelte Hagelbälle runter, die regelrecht zerplatzten am Boden und auf den Autos. Sekunden später gesellte sich zum lauten Rauschen, so laut, als würde ein Zug durch das Haus fahren, diese unglaublich großen Hagel-Geschosse, die sturzartig vom Himmel fielen. Die Lautstärke war unbeschreiblich und ich hoffte nur, das es nicht so schlimm wird, doch die Bilder vor Augen ließen Schlimmeres befürchten. Keine 5 Minuten später verwandelte sich alles in Regen und der Weg zum Bäcker danach machte klar was alles kaputt ist. Beulenpest an allen Autos, zahlreiche Scheiben dazu an diversen Wagen beschädigt, Ziegel und Äste auf den Strassen. Die Dame am Telefon der Versicherung war bereits um 7.30 Uhr am stöhnen, weil sie mit den Meldungen aus Krefeld nicht mehr nachkam. Es wird sicherlich ein harter Tag für sie werden denke ich mir."