Sinfoniker: Ein seltenes Instrument an Neujahr

Neujahrskonzert : Ein seltenes Instrument an Neujahr

Die Niederrheinischen Sinfoniker und die Mundharmonika-Solistin Monja Heuler bieten Neujahrsgrüße aus der ganzen Welt.

Alle Jahre wieder nehmen die Niederrheinischen Sinfoniker im Neujahrskonzert das Publikum mit auf eine musikalische Reise und grüßen aus aller Welt, so auch am ersten Januartag des Jahres 2019. „Wir wollen dabei auch wenig Gehörtes anbieten und dieses Mal ist es die Mundharmonika“, sagt Generalmusikdirektor Mihkel Kütson und fügt gleich noch hinzu: „Es gibt tatsächlich Repertoire für Mundharmonika und Sinfonieorchester.“

Den Beweis werden die Niederrheinischen Sinfoniker gemeinsam mit Monja Heuler liefern. Die junge Solistin kommt aus Trossingen, dem Sitz der Musikinstrumenten-Firma Hohner, wo sie am Hohner-Konservatorium unter anderem chromatische Mundharmonika studierte.

Die ungewöhnliche Kombination Mundharmonika und Sinfonieorchester gibt auch Gelegenheit, selten gehörte Komponisten vorzustellen. Zum einen ist es Michael Spivakovsky (1919-1983) mit seinem „Konzert für Harmonika und Orchester“, zum anderen James Moody (1925-2010) mit „Toledo“, einer spanischen Phantasie für Mundharmonika und Orchester aus dem Jahr 1960.

Zu den Unbekannten und den möglichen Entdeckungen des nächsten Neujahrskonzerts gehört ebenso der englische Komponist Haydn Wood (1882-1959). Mit dem Vornamen Haydn wurde ihm schon eine Musikerkarriere als Pflicht in die Wiege gelegt.

Doch er sollte sich nicht nur in die Richtung der klassischen Musik bewegen – als Geiger und Komponist, sondern auch in die Unterhaltungsmusik. Aus der Suite „Paris“ werden die Niederrheinischen Sinfoniker den Walzer „Das Leben der Apachen“ spielen – wobei man gespannt sein darf, ob es eine Erklärung geben wird, wie diese Indianer an die Seine gekommen sind.

Theaterintendant Michael
Grosse führt durch das Konzert

Eine Herausforderung für den Generalintendanten Michael Grosse, der in bewährter Manier auch wieder durch das Neujahrskonzert führen wird. Beim Marsch „Montmartre“ aus der Suite „Paris“ wird es ihm ein Leichtes sein, vermutlich auch bei Woods Suite „London Landmarks“, wo es musikalisch zur berittenen Wache, den „Horse Guards, Whitehall“, geht.

Zu den exotischen Neujahrsgrüßen könnten geographisch die „Klänge aus der Walachei“ gehören, würden sie nicht gerade von Johann Strauss Sohn stammen.

Sicherlich wird das Orchester mit Albert Ketèlbys (1875-1949) „In a Persian Market“ eine überzeugende orientalische Atmosphäre schaffen. Der Dirigent verrät auch schon, dass seine Sinfoniker dabei einen „ausgiebigen Gesangspart“ beisteuern werden.

Das klassische Neujahrskonzertrepertoire aus der Familie Strauss wird erweitert um Franz von Suppé mit seiner Ouvertüre „Ein Morgen, ein Mittag und eine Nacht in Wien“ sowie einen Walzer von Aram Chatschaturjan. Ein musikalischer Abstecher ans Mittelmeer darf nicht fehlen, Isaac Albéniz sorgt mit den musikalischen Bildern Castilla und Granada für spanische Reminiszenzen.