Souad Lamroubal spricht über Herkunft und Heimat Wo gehören wir hin?

Souad Lamroubal ist Deutsch-Marokkanerin. Darauf ist sie stolz. Man hat es sie aber auch oft spüren lassen. Und nicht nur sie.

Souad Lamroubal an einer Krefelder Straßenbahnhaltestelle. Ihr Sohn wurde vor drei Jahren an einem Bahnsteig rassistisch bedroht und zusammengeschlagen.

Souad Lamroubal an einer Krefelder Straßenbahnhaltestelle. Ihr Sohn wurde vor drei Jahren an einem Bahnsteig rassistisch bedroht und zusammengeschlagen.

Foto: Andreas Endermann

In der Grundschule spürt Souad Lamroubal es zum ersten Mal. Dass Menschen sie anders ansehen, anders behandeln, als andere. Dass sie für sie nicht dazugehört. Zwei Jungen stehen auf dem Schulhof, ganz in ihrer Nähe, und unterhalten sich über Hautfarben. Er finde „braune Haut“ ja schon schön, meint der eine. „Aber nicht solche“, der andere, und deutet auf sie. Auf dem Gymnasium nehmen die abwertenden Blicke zu. Sie fragen: Was machst du denn hier? Es gibt damals noch wenige Kinder mit Migrationsgeschichte auf dem Gymnasium, und dann auch noch aus einer Nicht-Akademikerfamilie.