1. NRW
  2. Krefeld

Colonia Dignidad: Sektenarzt Hopp bleibt in Krefeld auf freiem Fuß

Colonia Dignidad : Sektenarzt Hopp bleibt in Krefeld auf freiem Fuß

Der Anwalt Hopps hat offiziell Rechtsmittel eingelegt. Jetzt geht der Fall in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Krefeld. Wie angekündigt hat Hartmut Hopps Anwalt Helfried Roubicek nun Rechtsmittel eingelegt gegen das Urteil des Krefelder Landgerichtes, dass der deutsche Staat das chilenische Urteil gegen den ehemaligen Arzt der Horror-Sekte Colonia Dignidad vollstrecken darf. Demnach müsste Hopp wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen für fünf Jahre hinter Gitter. Nun geht es vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf in die nächste Runde und Hopp bleibt solange auf freiem Fuß.

Roubicek, der bereits Reemtsma-Entführer Thomas Drach verteidigt hatte, argumentiert in seinem Schreiben folgendermaßen: „Es bestehen eine Vielzahl von Ansatzpunkten dafür, dass die Vollstreckung der chilenischen Erkenntnisse — Urteile aus den Jahren 2004, 2011 und in III. Instanz aus 2013 — im Wege des nunmehr schon sehr lange andauernden, über dreijährigen Strafvollstreckungshilfeverfahrens (Exequaturverfahren) auf Antrag der Republik Chile in Deutschland nicht zulässig und mithin auch nicht für vollstreckbar erklärbar sind.“

Zutreffend sei, so Roubicek, dass es derartige Urteile in Chile gegeben habe und Hopp, heute 73, etwa 50 Jahre lang in Chile gelebt habe. „ Zutreffend ist auch, dass die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt gegen den Arzt Dr. Hartmut Wilhelm Hopp seit 2011 — wegen verschiedener Vorwürfe betreffend seiner Tätigkeit in Chile.“ Allerdings: „An den Vorwürfen ist aber nichts dran.“ Roubicek bezieht sich dabei auf die Aussagen seines Mandanten gegenüber der Berliner Presseagentur vom 18. Juni 2016 sowie auf das Exklusivinterview Ende Januar 2017 in der WZ.

Bis heute habe die Staatsanwaltschaft Krefeld „nach über sechs Jahren einen Verfahrensabschluss offensichtlich noch nicht einmal im Ansatz erreicht, obwohl diesseits mehrfach die Anregung auf Verfahrenseinstellung gegeben wurde“. mip