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Schweres Gewitter in Krefeld: Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller

Alle Infos im Überblick : So hart hat das Unwetter Krefeld getroffen

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller - ein schweres Gewitter hat Krefeld getroffen. Und die Unwetter-Folgen haben weiter Auswirkungen. Der Überblick.

Ein schweres Gewitter mit starkem Regenfall hat Krefeld am Donnerstagabend heimgesucht. Die Feuerwehr war die ganze Nacht im Dauereinsatz. Die Aufräumarbeiten werden noch Tage, teils wohl Wochen dauern. Bäume stürzten um. Zahlreiche Krefelder mussten sich auch um vollgelaufene Keller kümmern. Im Nahverkehr der Stadtwerke wurden auch am Freitag noch Probleme gemeldet. Die Bevölkerung wurde davor gewarnt, Wälder, Parks oder Spielplätze zu betreten. Der Krefelder Zoo konnte am Freitag zunächst nicht öffnen, auch Kufa und Jazzkeller wurden getroffen. Hier finden Sie einen Überblick über die Auswirkungen des Gewitters in Krefeld.

Warnung nach Unwetter in Krefeld: Wälder, Spielplätze und Parks nicht betreten

Nach dem schweren Unwetter in Krefeld warnt der Kommunalbetrieb Krefeld davor, „Wälder, den Stadtwald, die Parkanlagen“ und viele weitere öffentlich zugängliche Orte wie Spielplätze in den nächsten Tagen zu betreten. „Zur eigenen Sicherheit“ sollte man diese Stellen meiden, hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Der Botanische Garten und zahlreiche Friedhöfe wurden abgesperrt. Auch die Sportfreianlagen und der Freibadbereich im Badezentrum Bockum müssen vorerst geschlossen bleiben, teilte die Stadt Krefeld mit.

Unwetterereignisse - Feuerwehr Krefeld im Dauereinsatz

„Wir waren die ganze Nacht unterwegs“, erklärte Kai Günther, Sprecher der Feuerwehr in Krefeld unserer Redaktion am Freitagmorgen. Insgesamt wurden 275 Einsätze gezählt. Vereinzelt wurden noch die eine andere Schadensstelle gemeldet, die am Morgen bei Helligkeit entdeckt wurde, hieß es am Freitag. Die gute Nachricht: Es gab nach Erkenntnissen der Feuerwehr keine Verletzten. Bei einer Bankfiliale sei viel Wasser in den Keller gedrungen, dort helfe die Feuerwehr mit Pumpen aus. Die Einsatzkräfte wurden unterstützt durch das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, den Bereitschaftsdienst des Kommunalbetriebs und die Betriebsfeuerwehr der Deutschen Bahn

Gewitter in Krefeld: Schäden sorgen für Probleme im Nahverkehr

Die Straßenbahnen der Linie 042 konnten am Freitag zunächst nicht bis nach Elfrath fahren, die Strecke war noch blockiert, erklärte Dirk Höstermann, Sprecher der Stadtwerke Krefeld (SWK) unserer Redaktion am Freitagmorgen. Später wurde per SWK-App gemeldet, dass ein Ersatzverkehr mit Taxen eingerichtet wurde - gegen 14 Uhr kam die Entwarnung: Die Streckensperrung konnte aufgehoben werden. Vereinzelt könne es noch zu Verspätungen kommen.

Auch auf einigen Buslinien waren am Freitag zunächst noch Strecken versperrt. Teilweise wurde ein andere Linienweg genommen, so Höstermann. Neben umgestürzten Bäumen und heruntergefallenen Ästen habe es auch sehr viel Wasser auf den Straßen gegeben. „Wir hoffen, dass es im Laufe des Tages wieder normal läuft“, so SWK-Sprecher Höstermann noch am Freitagmorgen.

Gewitter in Krefeld: Bäume stürzen auf Autos und Oberleitungen, viel Hilfsbereitschaft - auch auf der A57

Bäume stürzten auf Bäume und geparkte Autos, Äste und lose Gegenstände wurden vom Wind erfasst. An der Violstraße stürzte ein Baum auf ein Auto. Die im Pkw sitzenden Personen konnten durch die Feuerwehr unverletzt gerettet werden, teilten die Einsatzkräfte mit. Ebenso unverletzt blieben Menschen in einem Pkw, der in die mit Wasser vollgelaufene Unterführung am Dießemer Bruch gefahren war. Die Feuerwehr befreite die Personen aus dem Fahrzeug.

Über der St.-Anton-Straße ist durch einen umstürzenden Baum eine Oberleitung beschädigt worden. Laut Feuerwehr kam es im Stadtbereich zu weiteren Schäden an Oberleitungen, auch Deutsche Bahn und Rheinbahn waren betroffen. Mehrfach kam es zu Überschwemmungen in Straßenzügen durch zu große Wassermengen. Auch zahlreiche Keller wurden überflutet. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, die Leitstelle war zwischenzeitlich nur mit längerer Wartezeit erreichbar.

Auf der A 57 und in Krefeld ist es durch im Sturm abgerissene Äste und Baumteile zu mehreren Gefahrenstellen gekommen, bestätigte die Polizei. Autofahrer wurden aufgerufen, sich besonders vorsichtig im Straßenverkehr verhalten. Viel Hilfsbereitschaft gab es bei einem Einsatz auf der A57 bei Krefeld: 20 bis 30 Menschen, die aufgrund eines umgestürzten Baumes im Stau standen, halfen einem Feuerwehrmann, der mit seinem Dienstwagen auf dem Weg zur Wache war, die Gefahrenstelle zu beseitigen, erklärte Feuerwehrsprecher Kai Günther. Der Fahrer eines Lkw habe dabei mit einer Kettensäge geholfen. Ein Bild das vielerorts im Stadtgebiet so oder so ähnlich sichtbar war: Anwohner packten an, halfen sich - etwa um Gehwege und Straßen von Geäst zu befreien. „Besonders hervorzuheben ist die vielfach beobachtete Zivilcourage an vielen Stellen im Stadtgebiet“, lobte die Feuerwehr die Anpackmentalität der Krefelder.

Unwetter in Krefeld: Auch Zoo, Jazzkeller und Kufa betroffen

Auch der Krefelder Zoo ist vom Unwetter nicht verschont geblieben. Da Sturmschäden beseitigt werden müssen, bleibt der Zoo mindestens am Freitag geschlossen, hieß es. „Zum Glück sind alle Tiere gesund und munter und haben das heftige Gewitter mit Starkregen und Sturm ohne Verletzungen überstanden“, schreibt der Zoo auf seiner Facebook-Seite.

Der Jazzkeller hat die Jazzsession für Freitag abgesagt. Auch hier sei Wasser eingedrungen. Ebenso überschwemmt zeigte sich die Kufa in einer Insta-Story. Die für Donnerstag geplante Biergarteneröffnung musste ausfallen. „Der Innenhof lief komplett mit Wasser voll, auch an den Eingängen drückte es Wasser hoch“, teilte die Kufa am Freitag mit. „Das Gröbste“ sei aber mit „vereinten Kräften“ beseitigt worden, hieß es. Einer Öffnung des Biergartens zum Frühschoppen am Sonntag stehe nichts im Wege.

Gute Nachrichten gab es von anderen Organisatoren: Spiel ohne Ranzen im Stadtwald kann auch am Freitag stattfinden, hieß es.

Auch auf der Zugstrecke zwischen Krefeld Hauptbahnhof und Meerbusch-Osterath beeinträchtigte ein umgestürzter Baum den Zugverkehr. Zugfahrten zwischen Krefeld Hbf und Neuss Hbf waren zwischenzeitlich nicht möglich. In der Folge kam es zu Verspätungen und Teilausfällen.

Für die ausfallenden Fahrten der Linie RE 7 auf dem Streckenabschnitt Neuss Hbf und Krefeld Hbf war ein Ersatzverkehr zwischen Neuss Hbf und Krefeld Hbf eingerichtet worden.

Insgesamt sei das Unwetter am Donnerstagabend aber nicht so schlimm gewesen wie das Starkregenereignis Ende Juni 2021, nach dem mehr als 650 Einsätze gezählt wurden, erklärte Kai Günther, Sprecher der Feuerwehr unserer Redaktion. Damals habe es über einen längeren Zeitraum heftiger geregnet.