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Schwangerschaftsabbrüche in Krefeld steigen

Schwangerschaftsabbrüche in Krefeld steigen

Es gibt mehr Schwangerschaftsabbrüche, berichtet Pro Familia.

Mitte. Umfragen von Pro Familia in Krefeld zeigen: Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen zwischen 25 und 45 Jahren sind eher gestiegen. „Bei dieser Altersgruppe besteht die Tendenz, keine Hormone mehr durch die Pille zu sich nehmen zu wollen“, berichtet Dr. Angela Seiffert, Gynäkologin der Einrichtung. „Sie fürchten Nebenwirkungen wie Thrombose-Gefahr, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder den Preis.“

Auf jeden Fall sei die Zunahme nicht auf die mangelhafte Aufklärung der Apotheker über die „Pille danach“ zurückzuführen, wie es Dr. Christian Albring, der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, berichte, heißt es weiter. „Wir klären jede Frau, die zu uns kommt, umfassend auf“, betont Birgit Nolte, Pressesprecherin der Krefelder Apotheker.

Überhaupt sei die „Pille danach“, die Hilfe bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, die es seit einiger Zeit rezeptfrei gibt, noch nicht richtig bei den Frauen angekommen, findet Nolte. „Sie sollte innerhalb von 24 Stunden genommen werden, dann ist sie am sichersten. Sie wirkt, indem sie den Eisprung verzögert oder sogar verhindert. Dadurch kann es zu keiner Befruchtung der Eizelle kommen.“

Den Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche führen die beiden Fachfrauen vielmehr auf den Zuzug von Migrantinnen oder den „Auslandstourismus“ zurück. „Es kommen beispielsweise viele schwangere Polinnen zu uns.“ Bei jüngeren Frauen gingen die Abbrüche hingegen eher zurück. Die Beratungszahlen zum Thema Schwangerschaftsabbrüche bei Pro Familia sind in den vergangenen sechs Jahren eher konstant bei 324 Kontakten durchschnittlich. 2012 waren es 320, 2013 genau 352, 2015 sieht 288 und 2017 verzeichnet 348.

Seiffert: „Langfristige, sichere Verhütungsmittel müssen auch für Frauen mit geringerem Einkommen finanzierbar sein.“ Hier macht sie auf die Kostenübernahme für Verhütungsmittel für Krefelder Frauen durch den Verhütungsfonds aufmerksam. Das neue Angebot richtet sich an alle Frauen, die in ihrer momentanen finanziellen Situation nicht selbst für teure Verhütungsmittel aufkommen können. Finanziert werden die insgesamt 25 000 Euro mit Geldern aus der Stiftung Vorst.