Schulleiter des Arndt-Gymnasiums verabschiedet sich: Markenzeichen - bunte Socken

Schulleiter des Arndt-Gymnasiums verabschiedet sich: Markenzeichen - bunte Socken

Der Schulleiter des Arndt, Harald Rosendahl, verabschiedet sich aus dem Dienst. Die Schüler werden wohl nicht nur sein Markenzeichen, die bunten Socken, vermissen.

Mitte. Die bunten Socken sind sein Markenzeichen. „Ich werde ihretwegen oft aufgezogen“, sagt Harald Rosendahl. Nach 39 Jahren — davon zehn als Leiter des Arndt-Gymnasiums — scheidet er jetzt aus dem aktiven Schuldienst aus. Rosendahl hat sich in dieser Zeit eine große Portion Gelassenheit angeeignet — nicht nur, was seine Socken angeht.

Die Zeiten waren für die Schule in der Vergangenheit nicht immer rosig. „Wir haben sie gemeistert“, sagt der 65-Jährige heute. „Ich wollte nie Direktor werden. Da meine Fächer Deutsch und Philosophie sind, hätte ich sehr gerne als Fachleiter Philosophie gearbeitet. Doch das hat sich nie ergeben.“ Nachdem er vom Moltke- als Stellvertreter ans Arndt-Gymnasium gewechselt war, trat er schließlich die Nachfolge von Hans-Peter Kreuzberg an. „Als 2010 die Schließung der Schule wegen mangelnder Anmeldezahlen drohte, hat uns das sehr mitgenommen“, erzählt er. Zumal der Schulleiter bei Problemen stets „vorne am Fenster“ stehe. „Wir haben uns dann Hilfe von außerhalb geholt. Mit einem Unternehmensberater krempelten wir die Schule um, das traditionelle humanistische Gymnasium mit Lateinklassen wurde kräftig durchgerüttelt.“

Es habe damals großen Handlungsbedarf gegeben. „Uns ist es geglückt, die schlechten Anmeldezahlen der Vergangenheit in eine neue Dreizügigkeit umzuwandeln.“ Eine gute Begleiterscheinung: Diese Zeit habe das Lehrerkollegium zusammengeschweißt. Eine andere einschneidende schulische Maßnahme sei die Inklusion, von der er nahezu mit Begeisterung spricht. „Wir waren vor fünf Jahren das einzige Krefelder Gymnasium mit Inklusionskindern. Dass die Schule von diesen Förderschülern profitiert hat, kann ich heute unterschreiben. Sie haben die Schule nachhaltig verändert und die Arbeit mit ihnen hat sich auch auf die Regelschüler positiv ausgewirkt.“

Er erklärt aber auch, dass zwei sehr gute, in Vollzeit beschäftige Förderschullehrer, dazu beigetragen haben. Ohne sie gehe es nicht. Ein Beispiel für den Erfolg: „Wenn man ein Kind mit motorischen Schwierigkeiten in der Klasse hat, das beim Besuch des Kletterwaldes eine hohe Stufe schafft und alle klatschen, das ist gegenseitige Befruchtung.“ Die Innenstadtschule hat in der Vergangenheit auf neue Bedürfnisse der Kinder reagieren müssen. Rosendahl: „Ein umfassendes Nachmittagsprogramm wurde notwendig, denn die Eltern sind allesamt berufstätig. Manchmal sahen wir die Notwendigkeit, mit Sonderpädagogen und dem schulpsychologischen Dienst zusammenzuarbeiten. Die Arbeitsweise als solche änderte sich.“

Am Arndt stehen jetzt in der Klasse fünf zwei Stunden soziales Lernen auf dem Stundenplan, die auch auf den sechsten Jahrgang ausgeweitet werden sollen. Ein Kreativkurs — je nach Neigung — wird für Musik, Theater, Sport und Naturwissenschaften angeboten.

Dies geschehe in ständiger Revision, ohne Hektik aber kontinuierlich. „Es ist uns gelungen, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Wir sind angekommen“, sagt der scheidende Direktor, der nun öfter das Nachbarland Frankreich besuchen will.

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