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Schule in Zeiten von Corona

Yvonne Gebauer (FDP) trifft Markus Schön (SPD) : Konstruktives zwischen Ministerin und Stadtdirektor

NRW-Schulministerin Gebauer (FDP) diskutiert mit Krefelds Stadtdirektor Schön (SPD) über Schule und Corona. Streit gab’s nicht.

Wer am Montagabend in der Brauerei Gleumes eine kontroverse Debatte erwartet oder gar erhofft hatte, wurde enttäuscht: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Krefelds Stadtdirektor Markus Schön (SPD) zeigten sich konstruktiv, gestritten wurde nicht wirklich.

Auf Einladung der FDP-Fraktion im Krefelder Rat stand das Thema „Schule in Zeiten von Corona“ auf der Tagesordnung. Schnell wurde klar, dass die Pandemie für alle eine zu große Herausforderung darstellt, um parteipolitisches Kapital daraus schlagen zu können. Zu unwissend und suchend sind alle Akteure, zu rasch ändern sich Einschätzungen und Verordnungen.

Gebauer gab zunächst einen etwas langatmigen Rückblick auf das Geschehen an den Schulen seit der Schließung im März dieses Jahres. Ihr Fazit: Schulen sind nicht die Treiber der Infektionen. Kurz vor den Herbstferien seien nur 0,04 Prozent der Schüler und 0,1 Prozet der Lehrkräfte positiv auf Corona getestet worden. „Präsenzunterricht ist die beste Form des Lernens und des Unterrichtens. Deshalb darf es an den Schulen keinen zweiten Lockdown geben“, so Gebauer.

Markus Schön stimmte dem zu. Der Stadtdirektor, zu dessen Dezernat auch die Schulen gehören, versuchte es dann mit einem Hauch von Kritik an der Ministerin. Es sei wenig hilfreich, wenn die Verordnungen am Freitag oder Samstag kämen, die Schulträger das alles am Montag drauf aber schon umsetzen müssten. Gebauer reagierte sehr gelassen. „Wenn sich die Länderchefs mittwochs mit der Kanzlerin treffen, dauert es eben ein paar Tage, bis die Schulministerien die Details geklärt haben.“ Inzwischen hätten alle daraus gelernt. Und Schön nickte.

Etwas lebhafter wurde es, als FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann Fragen zur Digitalisierung stellte. Warum es denn an den Krefelder Schulen mit schnellem Internet so langsam gehe, wollte er von Schön wissen. Und wie es um die Verkabelung in den Gebäuden stehe.

Der Stadtdirektor räumte ein, dass die Stadt in Sachen Breitbandversorgung nicht so schnell vorankomme wie geplant. Er erinnerte an die Ausschreibung, die mangels Anbieter ins Leere gelaufen sei. Nun versuche die Stadt, vorhandene Kupferleitungen aufzurüsten, damit die Schulen im nächsten Jahr besser versorgt seien. Bis überall tatsächlich Glasfaser verfügbar sei, werde es noch einige Jahre dauern. Schnell gehe es nur beim Berufskolleg Uerdingen, wo die Telekom 1500 Euro monatlich Gebühr für die vorhandene Leitung verlange. „Aber wir kommen kurzfristig zum Abschluss“, so Schön. Das Thema Digitales müsse im Rathaus besser gebündelt werden.

In Sachen Lüften in der Schule zeigten sich Gebauer und Schön ebenfalls einig: Geräte zur Luftreinigung könnten eine Ergänzung sein, aber entscheidend sei das regelmäßige Stoßlüften der Klassenräume und Turnhallen. Wo das nicht möglich sei, dürfe auch keine Unterricht stattfinden.

Beide sprachen sich auch dagegen aus, Schulklassen zu teilen, um das Risiko der Infektion mit Corona zu mindern. „Dazu fehlen uns die Räume“, so Schön. Diesmal nickte die Ministerin. Entscheidend sei es, sich an die Maskenpflicht zu halten. Das sei das Schlüssel, um die Schulen in den nächsten Monaten offen zu halten.