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Schlange stehen für sicheres Fahren

Schlange stehen für sicheres Fahren

Die Polizei hat die Fahrräder der Schüler an der Realschule Horkesgath kontrolliert. Nicht alle erhielten eine Plakette.

Krefeld. Nervös schiebt Michael sein schwarzes Mountainbike in der Warteschlange ein Stück vorwärts. In wenigen Minuten wird es ernst, dann wird sich entscheiden, ob sein neues Fahrrad die ersehnte Jahresplakette bekommt oder nicht.

Der ZwölfJährige geht in die sechste Klasse der Realschule Horkesgath, an der die Polizei gestern Fahrradkontrollen durchgeführt hat. Nur wer ein korrekt ausgestattetes Fahrrad mitbringt, erhält die Plakette. Jetzt ist Michael an der Reihe. Der Verkehrssicherheitsberater der Polizei schaut sich das Mountainbike genau an, prüft Scheinwerfer, Bremsen und Rückstrahler.

Auf den ersten Blick scheint alles seine Ordnung zu haben, doch dann das enttäuschende Ergebnis: Die linke Vorderbremse zieht nicht richtig. Aus der Traum mit der Jahresplakette. „Ich habe es mir schon gedacht“, sagt Michael enttäuscht. „Dabei habe ich das Fahrrad erst zu Weihnachten bekommen.“ Erst wenn die Mängel behoben sind, wird Michael die Plakette erhalten. Die Beamten sind mit der Vergabe sehr streng, sagt Verkehrssicherheitsberater Gottfried Wolters. Das zahle sich in der Regel aber auch aus. „Wir haben an den Schulen sonst Mängel von über 30 Prozent. An dieser Schule hier sind wir garantiert besser.“

In der Realschule haben sich die rund 900 Schüler an zwei Projekttagen mit dem Thema Verkehrssicherheit beschäftigt. Im Vorfeld der Kontrollen haben im Biologie-Unterricht schon Sehtests und Erste-Hilfe-Kurse stattgefunden, sagt Sabine Hänisch, Lehrerin und Beauftragte für Verkehrserziehung. „Die Kontrollen finden hier an der Schule zum ersten Mal statt. Wir hoffen, dass wir das jetzt jedes Jahr machen können.“

Während die Schüler der unteren Klassen ihre Fahrräder der Kontrolle unterziehen, testen die Oberstufenschüler in der Turnhalle die sogenannte Rauschbrille. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Wahrnehmung in betrunkenem Zustand simulieren.

Der 16-jährigen Jenane fällt es schwer, mit der Brille noch geradeaus zu gehen. „Am schwierigsten ist es, auf dem Boden die kleinen Centstücke aufzuheben. Man greift immer daneben.“ Als sie versucht, einen Ball in den Korb zu werfen, stößt sie mit der Brille ebenfalls an ihre Grenzen.

Jenane ist erschrocken über die Auswirkungen von geringen Mengen Alkohol auf die Sinnewahrnehmung. „Alles war so verschwommen.“ Die Schülerin hat aus den Erfahrungen mit der Brille gelernt. „Ich habe noch nie Alkohol getrunken, und nach heute werde ich es auch nie tun. Das ist ja lebensgefährlich.“