Schlaglöcher könnten Loch in Stadtkasse schlagen

Schlaglöcher könnten Loch in Stadtkasse schlagen

Notdienst des Tiefbauamtes hat versucht über die Weihnachtstage Schadensbegrenzung zu leisten.

Benrad/Bockum. Auf die Stadt kommen mehrere Schadensersatzansprüche zu. Nicht nur auf der Hüttenallee ist zwischen den Jahren ein Auto durch ein ungesichertes Schlagloch beschädigt worden (die WZ berichtete). Innerhalb der vergangenen vier Wochen sind beispielsweise auf der Oberbenrader Straße gleich mehrere Pkw zu Schaden gekommen. Der Grund: „Seit dem 10. Dezember tun sich pausenlos neue Schlaglöcher auf“, schreibt Dieter Dückers an die WZ.

Allein am 10. Dezember sind nach seinen Aussagen in der Zeit von 8 bis 8.30 Uhr fünf Fahrzeuge in das gleiche Loch gefahren. Der letzte Autofahrer war sein Sohn. Der habe danach noch zwei weitere Geschädigte entdeckt, die am Ferlingsweg 2 und vor der Einfahrt zu Kaminholz Schmitz mit eingeschalteter Warnblinkanlage jeweils auf einen Abschleppdienst gewartet hätten. „Alle Fahrzeuge hatten nicht nur den Reifen platt, sondern wahrscheinlich — wie mein Sohn auch — die Achse kaputtgefahren“, beschreibt Dückers. Laut der Vertragswerkstatt Reparaturkosten von 2800 Euro. Sein Sohn habe direkt ein Warndreieck aufgestellt und die Polizei gerufen.

Als Dieter Dückers am 29. Dezember an der Stelle erneut vorbeikommt, entdeckt er einen halben Meter weiter das nächste Schlagloch. „Ich rief bei der Stadt an, erhielt aber die Antwort: ,Wir haben Betriebsferien . . . , aber es gibt einen Notdienst, ich lege meinem Kollegen einen Zettel hin.’“ Nur einen Tag später, gegen 19 Uhr, sieht er auf der Höhe Ferlingsweg ein Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage stehen. „Wir warten auf den ADAC“, lautete der Kommentar auf seine Nachfrage. „Ich habe den Leuten geraten, die Polizei zu informieren und den Schaden dokumentieren zu lassen.“ Fü f Stunden später, auf Dückers Rückfahrt, sei das Loch geflickt gewesen.

„Es gibt personelle Engpässe beim Notdienst des Tiefbauamtes“, erklärt Stadtsprecher Manuel Kölker auf WZ-Nachfrage. Dennoch gaben die Mitarbeiter nach dem zweiten Weihnachtstag alles: Am 26. Dezember wurden fünf Löcher mit Kaltasphalt auf der Hüttenallee geschlossen, am 30. Dezember eins auf der Oberbenrader Straße, am Neujahrstag wieder eins auf der Hüttenallee (Höhe Hausnummer 265), am 4. Januar gleich mehrere auf der Hüttenallee von Europaring bis Buschstraße.

Dort wurden zusätzlich auch warnende Verkehrszeichen und Sperrlatten mit Baken aufgestellt. Zuletzt hat der Notdienst des Tiefbauamtes am 5. Januar sechs Löcher am Fahrbahnrand der Hüttelallee im Bereich Bauhof mit Schotter aufgefüllt. Wie viele Schadensersatzforderungen wegen verschiedener Schlaglöcher der Stadt inzwischen vorliegen, ist nicht bekannt. „Es liegt keine Statistik darüber vor“, sagt Kölker.

Auch WZ-Leser Karl-Josef Steiners hat sich bei uns gemeldet. Er sieht nur noch eine Konsequenz. „Mehrfach habe ich die Stadt auf große Löcher auf der Hüttenallee und ganz aktuell nun auch auf der Kreuzbergstraße zwischen Hausnummer 150 bis 180 hingewiesen. Sollte dort mal einem Fahrradfahrer ein Unfall passieren, werde ich eine Anzeige erstatten.“