Schlaganfall: Im Notfall zählt jede Minute

Schlaganfall: Im Notfall zählt jede Minute

Mediziner des Alexianer informierten über Risiko-Gruppen, Symptome und Vorbeugung.

Mitte. Jährlich erleiden rund 270 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Nach Krebs und Herzerkrankungen sind Schlaganfälle damit die dritthäufigste Todesursache. Knapp zwei Drittel der Überlebenden sind auf fremde Hilfe angewiesen, rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Aber: Wie entsteht überhaupt ein Schlaganfall, welche Risikofaktoren gibt es, und wie kann man vorbeugen? Darüber konnten sich Passanten nun auf dem Von-der-Leyen-Platz vor dem Rathaus bei einer Aktion des Alexianer-Krankenhauses informieren.

Jens-Holger Moll, leitender Arzt des Alexianer-Schlaganfall-Zentrums, Gina Michalowski-Gheorghiu, Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologin im Alexianer-Diabeteszentren, sowie Bernd Luther, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, standen Rede und Antwort. Zudem konnten Passanten Fragebögen ausfüllen und so ihr persönliches Risiko ermitteln.

„Es ist wichtig aufzuklären, weil viele Leute nicht wissen, ob sie zu der Risiko-Gruppe für einen Schlaganfall gehören“, erklärte Moll. „Gefährdet sind vor allen Dingen Bluthochdruck- und Diabetes-Patienten. Aber auch Raucher sind oftmals betroffen.“ Durch Arterienverkalkungen und Herzrhythmusstörungen entstehen Infarkte oder Hirnblutungen, wobei die Hauptschlagader platzt. Das Schlaganfall-Risiko ist bei Patienten mit Vorhofflimmern fünf Mal so hoch. Gerinnungshemmende Medikamente können vorbeugen.

Diabetiker gehören eben-falls zur Risiko-Gruppe und ha-ben nach einem Schlaganfall eine um bis zu zwölf Jahre ver-kürzte Lebenserwartung, erklärten die Mediziner. Patienten sollten zur Vorbeugung auf mehr Bewegung achten, auf Normalgewicht und eine ausgewogene Ernährung, um Blutfette im Auge zu behalten. „Man sollte die Finger vom Rauchen lassen, Alkohol nur in Maßen genießen und auf den Blutdruck achten“, weiß Moll.

Wenn es zu einem Schlaganfall kommt, muss der Patient so schnell wie möglich ins Krankenhaus, die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. „Die Zeit rennt, und es muss schnell gehen“, erklärt Moll, „die Ursache muss geklärt werden, und anschließend wird eine spezielle Therapie eingeleitet.“ Daher ist es wichtig, dass Betroffene und Angehörige einen Schlaganfall erkennen und sofort reagieren können. Symptome sind: halb-seitige Lähmungserscheinungen, Sprach- und Sprechstörungen, ein Taubheitsgefühl und Verständnisschwierigkeiten, aber auch eine plötzliche Erblindung oder das Sehen von Doppelbildern.

Beim Verdacht auf einen Schlaganfall sollten Betroffene versuchen, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken oder drehen sich.