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Schafbock „Piet“ in Vollmondnacht geköpft

Schafbock „Piet“ in Vollmondnacht geköpft

Grausiger Fund auf dem bei Kindern so beliebten Mitmachbauernhof „Mallewupp“.

Krefeld. Auf seiner Runde über das 3000 Quadratmeter große Gelände fallen Roland Kurth, Mitarbeiter des Mitmachbauernhofes „Mallewupp“ am Ende der Ottostraße, gestern Morgen zunächst die frei herumhoppelnden Kaninchen auf. Jemand hatte die Stalltür geöffnet. Minuten später, 8 Uhr, findet Kurth im Unterstand der Zwergschafe (Rasse: Ouessant) den fünf Jahre alten Bock „Piet“ tot im Stroh. Der Kopf mit dem eindrucksvollen Gehörn fehlt. Von Blut kaum eine Spur.

Silvia Schiratti verständigt sofort die Polizei. Die Mallewupp-Leiterin ist geschockt — und wundert sich: „Es gibt weder Einbruch- noch Kampfspuren. Der Kopf ist sauber über dem Atlaswirbel abgetrennt worden. Wo ist das Blut geblieben? Und es war eine Vollmondnacht“. Selbst eine Polizeibeamtin habe am Tatort den Verdacht einer Tat mit Okkultismus-Hintergrund geäußert. Der tote Bock war auch noch schwarz — deshalb hieß er „Piet“, der schwarze Peter. Bei Satanisten allerdings steht der Ziegenbock hoch im Kurs, nicht der Widder.

Die Täter müssen sich ausgekannt haben. Nachbarn wohnen zu weit entfernt, um etwas gehört zu haben. Eine junge Helferin, die ein freiwilliges soziales Jahr im Mitmachbauernhof neben der Kleingartenanlage Uhlenhorst ableistet, hatte am Donnerstag um 16 Uhr die letzte Runde über den Hof gemacht.

Das Veterinäruntersuchungsamt soll nun herausfinden, ob „Piet“ zuvor betäubt worden ist. „Denn diese Schafe lassen sich nicht so schnell einfangen. Sie sind flink“. Den beiden weiblichen Zwergschafen sind am Morgen die Strapazen der Nacht anzusehen: Sie schlafen förmlich im Stehen. Bei Schmerz oder in Todesangst schreien Schafe nicht. „Sie knirschen mit den Zähnen“, weiß die Mallewupp-Gründerin.

„Wie sag ich’s den Kindern?“, fragt Silvia Schiratti. Als ein Fuchs Hühner holte und ein Husky ein Schaf riss, sei das erklärbar gewesen. „Aber das hier?“ Schiratti interessiert sehr, wo das Gehörn abgeblieben ist. Hinweise an die Polizei, Telefon 6340.