Schule: Sauberkeit an Schulen: Dem Dreck keine Chance geben

Schule : Sauberkeit an Schulen: Dem Dreck keine Chance geben

Die Lehrer an städtischen Grundschulen haben sich in einer Personalversammlung die Köpfe zum Thema Sauberkeit zerbrochen. Jetzt scheinen sie eine Lösung gefunden zu haben.

Krefeld. Die mangelnde Sauberkeit und der schlechte bauliche Zustand an den Schulen ist ein Dauerthema — seit Jahren. Jetzt wird das nächste Kapitel aufgeschlagen. Die Lehrer an städtischen Grundschulen haben auf ihrer Personalversammlung zwei Resolutionen zu den Themen „Reinigung an Schulen“ und „Gute Schule“ erlassen.

Die Pädagogen fürchten gesundheitliche Schäden für sich und die Kinder, wenn sich an den Zuständen nicht bald etwas ändert. Vor einiger Zeit waren vor allem die Eltern in Sachen Sauberkeit an Schulen auf die Barrikaden gegangen. „Wir haben unser Papier an den Oberbürgermeister, die Ratsfraktionen und an alle relevanten Leute geschickt“, berichtet Ulrike Vermeulen-Deimen, die Vorsitzende der Versammlung. „Denn die Missstände sind gravierend. So entsprechen die Toilettenanlagen nicht den hygienischen Mindeststandards. Viele wurden seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert.“

Oftmals seien die Toiletten 50 bis 60 Jahre alt und hätten in dieser Zeit nur einen neuen Anstrich bekommen, berichtet sie weiter. „Durch den Betrieb der Offenen Ganztage werden die Toiletten nicht nur halbtags, sondern ganztags genutzt und sind dementsprechend belastet. Laut Leistungsverzeichnis sollen die Sanitäranlagen zweimal täglich gründlich gereinigt werden. Einmal jährlich soll eine Grundreinigung stattfinden.“

Doch: „Die Vorgaben dieses Verzeichnisses werden nicht erfüllt, die Ziel- und Ergebnisvorgaben bei weitem nicht erreicht.“ Anderes Beispiel: „Die Böden in den Klassen sollen alle zwei Tage gewischt werden, oftmals geschehe dies nur einmal pro Woche.“ Die Folge: „Die Sauberkeit in den Krefelder Grundschulen hat sich nach der Vergabe der Reinigungsleistungen ab Juli 2015 durch die Stadt gravierend verschlechtert.“

Vermeulen-Deimen: „Die meisten Kollegen klagen seit Herbst 2015 über erheblichen Schmutz in ihren Schulen, unzumutbare Zustände in den Toiletten und eine enorme Staubbelastung in den Klassenräumen. Bei der Neuvergabe der Reinigungsleistungen 2017 müssen die Fehler der bisherigen Vorgehensweise vermieden werden.“

Jetzt fordern die Pädagogen in ihrer Resolution, dass im Rahmen des Investitionsprogramms „Gute Schule 2020“ wirksame Maßnahmen zur Arbeitsverbesserung an Schulen umzusetzen seien, damit Gesundheit und Leistungsfähigkeit aller an Schule Beteiligten erhalten bleibe.

Dazu gehören Baumaßnahmen zum Lärmschutz. Vermeulen-Deimen: „Akustikecken und lärmdämmende Vorrichtungen fehlen.

Teilweise sind vorhandene Akustikdecken nicht mehr wirksam, weil sie zu oft überstrichen wurden. Renovierungsbedürftige Fenster sollen repariert werden, die Heizkörper müssen regulierbar sein, und viele Räume brauchen einen Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Überhitzung.“