Premiere am 31. Mai auf dem Sprödentalplatz Beim Zeltaufbau sitzt jeder Handgriff

Krefeld · In nur anderthalb Tagen hat die Crew vom Circus-Theater Roncalli das große Zelt auf dem Sprödentalplatz aufgebaut. Zwischendurch gab es aufgrund des Regens etwas Zeitnot. Die Nähte drohten zu platzen.

Der Spaß kommt bei dem rund 20-köpfigen Aufbau-Team um Zeltmeister Michele Rossi (gelbe Weste) trotz der anhaltenden Regenfälle nicht zu kurz.

Der Spaß kommt bei dem rund 20-köpfigen Aufbau-Team um Zeltmeister Michele Rossi (gelbe Weste) trotz der anhaltenden Regenfälle nicht zu kurz.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

„Uno, due, tre“ schallt es über den Sprödentalplatz. Mit einem kräftigen Ruck spannen viele fleißige Hände die Seile, die dem großen Zelt des Circus-Theaters Roncalli Halt verleihen, an die schweren, etwas mehr als einen Meter langen Anker im Boden. Michele Rossi hat hier seit Donnerstag das Kommando. Unter den 20 Mitarbeitern, die für den Zeltaufbau zuständig sind, sticht er heraus mit seinem schwarzen Bauarbeiter-Helm und der gelben Warnweste. Das 20-köpfige Team um ihn herum trägt rote Westen und weiße Helme, wirkt vertraut und eingespielt. Kein Wunder: „Sie arbeiten seit 25 Jahren zusammen“, weiß Daniel Mekat, der als Technischer Leiter die Fäden zusammen hält.

Das Team kommt gut voran, so gut, dass das große Zelt mit einem Durchmesser von 36,8 Metern früher hochgezogen werden kann als zunächst geplant – und muss. Der kräftige Regen am Freitagmorgen bringt die Mannschaft plötzlich in Bedrängnis. Die Nähte des Zeltdaches, das bereits leicht gespannt ist, drohen zu platzen. Rossi gibt das entscheidende Kommando: „Hochziehen.“ An jeder Stelle, an der die roten und weißen Masten zur Stabilisation aufgerichtet werden, fließt das Wasser nur so herunter. Für die Mannschaft kein Problem, jeder Handgriff sitzt, sodass schließlich die Roncalli-Fahne oberhalb des Zeltdachs in 16 Metern Höhe weht.

Unter dem Zeltdach ist derweil noch viel zu tun bis zur Premiere am 31. Mai. Die Zuschauerplätze müssen aufgebaut werden, ebenso die Manege mit ihrem Durchmesser von elf Metern. Vorher wird das Hauptzelt am Samstag aber wohl noch als Unterschlupf für einige Trödler bei „Kitsch, Kunst & Co.“ dienen, sollte es dann ähnlich stark regnen wie am Freitag. Danach aber geht es weiter mit dem Aufbau der „Stadt in der Stadt“, wie Daniel Mekat die Produktion beschreibt.

Für die „Stadt in der Stadt“
braucht es 110 Mitarbeiter

Rund fünf Kilometer Kabel werden noch verlegt, dazu drei Kilometer Wasserschläuche und anderthalb Kilometer Abwasserschläuche. Hinzu kommen drei weitere, kleinere Zelte, in denen die Garderobe der Artisten, Souvenir- und Popcornverkauf sowie das Catering für alle Zirkusmitarbeiter untergebracht werden. 110 werden es in Krefeld sein, weit mehr als nur die Artisten, die bei den Aufführungen im Rampenlicht stehen werden. Zur Mannschaft gehören unter anderem Elektriker, Köche, Sanitärexperten, Kostümbildner und Schneider, die im Hintergrund arbeiten. Und natürlich viele Kraftfahrer, die den Fuhrpark steuern, wenngleich Roncalli nach eigenen Angaben inzwischen 80 Prozent seiner Transporte über die Schiene erledigt. Die klassischen Zirkuswagen aber werden immer noch per Lastkraftwagen an den jeweiligen Spielort gebracht. Das Besondere: „Die Wagen bauen wir selber“, sagt Mekat. Alte Wagen werden dazu aufgekauft, bis auf das Fahrgestell zurückgebaut und dann neu aufgebaut.

Das Ergebnis lässt sich auf dem Sprödentalplatz sehen, wo die ersten zum Teil nostalgischen Wagen bereits abgestellt worden sind und in den nächsten Tagen Lust auf die Show „ARTistART“ machen sollen, die bis 23. Juni zu sehen ist.

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