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Romantische Kulisse: Burg Linn lädt Besucher zu einer Zeitreise ein

Burgpark : Romantische Kulisse: Burg Linn lädt Besucher zu einer Zeitreise ein

Die WZ stellt die Parks in Krefeld vor. Dieses Mal ist der Burgpark Linn an der Reihe und lädt Besucher zu einer Zeitreise ein.

Wie eine Zeitreise mutet der Besuch des historischen ehemals kurkölnischen Städtchens Linn samt Burg und Burgpark an. Die mittelalterliche Burg wurde erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Umflutet von einem Wassergraben steht sie noch heute auf einer kleinen Anhöhe, einer Motte. Doch das bewahrte sie nicht davor, im spanischen Erbfolgekrieg 1702 nieder zu brennen. Über zweieinhalb Jahrhunderte sollte es dauern, bis nach dem 2. Weltkrieg mit ihrem Aufbau wieder begonnen wurde und zuletzt, im Jahr 1993, sie auch ihr Dach wieder erhielt. Der Park um die Burg herum, hat ebenso viel Geschichtliches zu erzählen. Im gemächlichen Schritt dauert es – ohne Besuch der dortigen Museen – anderthalb bis zwei Stunden, wenn man bei einem Sparziergang die Besonderheit des Parks auf sich wirken lassen will.

Von wehrhafter Burganlage zur friedlichen Parkanlage

Es war der rheinische Gartenkünstler und Düsseldorfer Hofgartendirektor Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846), der ab 1830 die eher landwirtschaftliche Fläche drumherum schrittweise in einen klassischen englischen Landschaftspark verwandelte  – mit der Burgruine als romantischem Element im Mittelpunkt. Die Verteidigungsgräben verwandelte er in Wasserflächen mit weich geformter Uferlinine und Inseln. Geschwungene Wege führen den Besucher durch den Park. Weyhe ließ Linden pflanzen an den fünf Aussichtsplätzen (früher Bastionen), in den Randbereichen Eichen, Eschen und Ahorne sowie am Wasser Trauer-Weiden. Das Tiefrot der Blutbuchen leuchtet vor allem an den Dreh- und Angelpunkten des Parks.

 Allein schon der Vorhof der Burg Linn mit Jagdschloss und seinem Glockenspiel aus Meißner-Porzellan sowie gepflanzten Rosen und Lavendel lädt zum Verweilen ein.
Allein schon der Vorhof der Burg Linn mit Jagdschloss und seinem Glockenspiel aus Meißner-Porzellan sowie gepflanzten Rosen und Lavendel lädt zum Verweilen ein. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Doch mit dem Erwerb auch anderer Parkanlagen der „Samt- und Seidenbarone“ durch die Stadt 1924 sowie dem Wiederaufbau in den 1950er-Jahren verschwanden zusehends die von Weyhe angelegten Sichtachsen und der Blick auf die Burg. Bis Ende des letzten Jahrhunderts. Dann wurde der Park erst als eingetragenes Baudenkmal unter Schutz gestellt. Im Rahmen der Euroga 2002 plus wurde er  nach Weyhes-Entwurf wieder hergerichtet. Jährlich zum Flachsmarkt zu Pfingsten besuchen und beleben ihn Zehntausende.