Rhena und Mumptas sind ihre Ketten los

Rhena und Mumptas sind ihre Ketten los

Die beiden Elefantenkühe genießen seit Freitag mehr Beinfreiheit.

Krefeld. Rhena ist einfach zu schlau. Kaum steht die Elefantendame in ihrer neuen, durch dicke Stahlseile gesicherten Box, hat sie auch schon mit ihrem sowohl sensiblen als auch starken Rüssel die erste Metall-Schraube am Seilende aufgedröselt. "Die intelligenten Tiere werden uns schon zeigen, wo wir nachbessern müssen", sagt Zoo-Tierarzt Martin Straube schmunzelnd.

Mit Rhena hat Mumptas Mahal, die zweite indische Elefantenkuh, das neu gestaltete Großtierhaus bezogen. Genau 37 Jahre standen die beiden Dickhäuter an Ketten gesichert auf Tuchfühlung. "Das ist jetzt vorbei", berichtet Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. "Wir folgen als einer der letzten Zoos den neuen europäischen Haltungsrichtlinien. Das bedeutet: Weg mit den Ketten."

Nun können sich die beiden Kühe miteinander verständigen, wenn sie Lust dazu haben, oder sich aus dem Weg gehen, wenn eine nervt. Bei Bedarf können die trennenden Seile aber auch abgehängt werden. "Für 400 000 Euro musste das Haus, vor allem in der Statik, umgerüstet werden", so Dreßen.

Er weist besonders auf die neuen Stahltüren hin, die ins Wasserbecken und nach draußen führen. "Sie öffnen und schließen sich per Knopfdruck und tragen so zur Sicherheit der Pfleger bei." Den beiden Damen sind die Türen noch nicht so geheuer. Sie halten Abstand und die Öffnungen stets im Auge. Es könnte ja etwas passieren.

In diesem Umbau sehen die Zoo-Verantwortlichen einen ersten Schritt hin zur Herdenhaltung der hoch intelligenten Dickhäuter. "Zwei Tiere sind besser als drei, vier sind besser als zwei und drei", erläutert Straube und Dreßen ergänzt: "Für vier Elefanten-Kühe mit vier Boxen und Laufstall, Badebecken und einem rund 2000 Quadratmeter großen Außengehege benötigen wir in unserem Elefantenhaus zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro und einige Sponsoren.

Die Besucher können sich an Rhena und Mumptas jetzt besonders gut erfreuen. Sie bewegen sich nun gut sichtbar in ihren rund 40 Quadratmeter großen Boxen. Und zur Beruhigung: Die Schrauben an den Stahlseilen sind jetzt festgeschweißt.

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