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Rheinhafen: Wie die Stadt gegen den Müll ankämpfen will

Rheinhafen: Wie die Stadt gegen den Müll ankämpfen will

Lkw-Fahrer und Nicht-Anlieger sollen für das Problem verantwortlich sein, das nicht nur Krefeld betrifft. Aufräumaktionen, Parkverbote und Kontrollen stehen zur Diskussion.

Der Rheinhafen ist als Drehkreuz für Waren ein bedeutender Ort in Krefeld. Ob über Wasser, Schiene oder Straße - die Güter werden umgeladen, Firmen siedeln sich immer mehr an. Lagerhäuser sprießen aus dem Boden. Der Hafen wächst. Der Verkehr nimmt zu. Das hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile.

Die Landschaft rund um das Wendebecken bekam in der jüngeren Vergangenheit auch die Schattenseiten des Lieferverkehrs zu spüren. Aber auch Nicht-Anlieger haben ihren Anteil am Müllproblem, das die Hafenbetreiber derzeit besonders beschäftigt. Die haben daher einen Großauftrag an die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) gegeben.

Aufräumarbeiten standen an. Denn am Hafenbecken entlang sind zunehmend Müll, Unrat und andere Hinterlassenschaften der Lastwagenfahrer wie Urin in Plastikflaschen zu finden.

„Es ist wirklich ekelhaft und nicht mehr hinnehmbar“, sagt die Geschäftsführerin des Rheinhafens, Elisabeth Lehnen. Sie erteilte den Auftrag in „vierstelliger Höhe“, damit der Bereich um das Wendebecken gesäubert wird. Denn die Verschmutzung ist auch ein Problem für das Image des Hafens. Zudem soll sich niemand motiviert fühlen, durch umherliegenden Abfall auch noch den eigenen Müll dort abzuladen. „Das Problem haben wir nicht alleine“, sagt Lehnen, „es gibt die vagabundierenden Verkehre, die überfüllten Rastplätze und die vorgegebenen Ruhezeiten für Lkw.“

Vagabundierende Verkehre dazu gehören auch Lastwagen, deren Ziel gar nicht der Hafen ist, die auf der Durchreise sind, aber dennoch über Nacht dort rasten — und ihre Spuren im Grünen sichtbar hinterlassen. Ralph Schopp, Hafenbetriebsleiter, sagt über die groß angelegten Aufräumarbeiten: „Es ist erst einmal eine einmalige Aktion. Es geht darum, jetzt alles in Ordnung zu bringen.“ Die Müllprobleme an den Häfen seien ein „grundsätzliches Phänomen“, nicht nur auf Krefeld bezogen. Schopp hat aber auch beobachtet, dass die Zahl der Lastwagen, die dort wild parkt, deutlich abgenommen hat.

Der Hafen hat Gegenmaßnahmen eingeleitet, zum Beispiel Kontrollfahrten des Hafenmeisters. Zudem wurden vermehrt Parkverbotsschilder aufgestellt. Lastwagen, die dort wild stehen, werden nun abgeschleppt. Sind die Fahrer anwesend, gibt es Platzverweise.

Elisabeth Lehnen, seit 2007 Geschäftsführerin der Hafen Krefeld GmbH, hat auch schon mit den Unternehmern in dem Bereich gesprochen. Die Firmen würden ihrerseits nun mehr auf die Speditionen einwirken, erzählt sie. Manche Unternehmer böten mittlerweile auch Ruheplätze für den Lieferverkehr an, samt Toiletten. Das würde schon beim Bau neuer Gebäude berücksichtigt.

Im Rückblick ist das Phänomen mit der Verschmutzung für Lehnen neu: „In der Vergangenheit war das nicht so das Problem“, erinnert sich die 60-Jährige an die vergangenen 26 Jahre, in denen sie im Krefelder Hafen tätig war.