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Rheinbrücke: Das stumme Verschwinden und Auftauchen einer Ampel

Verkehr : Rheinbrücke: Das stumme Verschwinden und Auftauchen einer Ampel

Wer kontrolliert eigentlich Straßen.NRW? Diese Frage muss zwangsläufig jeder Autofahrer stellen, der darunter leiden muss, dass bei dem Landesbetrieb offensichtlich die eine Hand nicht weiß, was die andere tut.

Jüngstes Beispiel in Krefeld: die Rheinbrücke.

Nur durch einen Zufall hatte diese Redaktion am Montag mitbekommen, dass nach einer Nacht- und-Nebel-Aktion plötzlich keine Baustellenampel mehr auf der Brücke stand: Weil ein Kollege selbst die Überführung ab und zu nutzt. Eine offensive Information auch der Medien jenseits des Rheins fand nicht statt.

Nun ist die Nicht-Verbreitung einer guten Nachricht, dass eine Behinderung aufgehoben wird, zugegeben kein Skandal. Es läuft halt wieder – zum Glück. Wenn aber nur drei Tage später erneut eine Ampel an genau der Stelle aufgestellt wird, die wiederum ein Verkehrschaos auslösen kann, ist eine Information der Öffentlichkeit durch die Entscheidungsträger ein Muss. Zumal an der Stelle tausende Autofahrer aus Nah und Fern betroffen sind.

Und so geschah am Donnerstagmorgen das, was geschehen musste: Noch am späten Vormittag standen Autofahrer bis fast zur Kreuzung in Duisburg-Serm. Auch auf der Berliner Straße in Krefeld erinnerte das Chaos an alte Zeiten, als die Laster links in die Linner Straße abbiegen mussten. Während sich manche Autofahrer eine Stunde lang durch das Nadelöhr quälen mussten, drehten andere völlig entnervt über durchgezogene Linien im Harakiri-Stil.

Tausende Autofahrer hatten am Morgen offensichtlich wieder ihren täglichen Weg über die Brücke nach und von Krefeld gesucht, weil sie nicht vermuten konnten, dass sie im buchstäblichen Sinne erneut Rot sehen würden — weil ein Mitarbeiter bei Straßen.NRW nach Gutsherrenart entschieden hatte, dies für sich zu behalten. Damit liefert der Landesbetrieb allerdings ein perfektes Beispiel dafür, wie das Baustellen-Management des Hauses auf öffentlichen Straßen wahrgenommen wird: als völlig desaströs. Und es hilft dabei auch nicht, dass der Betrieb sich in einer am Donnerstag (!) nachgereichten Pressemitteilung rühmt, die Einschränkung mit dem 31. Januar deutlich früher als geplant aufheben zu können.

juergen.heimann@wz.de