Rheinblick: Stadt stellt Howinol unter Denkmalschutz - Eigentümer klagt

Rheinblick : Stadt stellt Howinol-Gebäude unter Denkmalschutz

Heinrich Yoksulian spricht bei seinem Gebäude von „kalter Enteignung“ und klagt.

Die historischen Gebäude an der Hohenbudbergerstraße in Uerdingen zeugen noch von vergangener Industriekultur am Rhein. Nach Auffassung der Unteren Denkmalbehörde sind einige frühere Bauten von ehemals Holtz & Willemsen (Howinol) im nördlichen Abschnitt des Plangebiets Rheinblick erhaltens- und schutzwürdig. Neben dem einstigen Lagerhaus sind jetzt auch die ehemalige Raffinerie und Maschinenhalle als Denkmal deklariert worden. Sehr zum Ärger von Eigentümer Heinrich Yoksulian.

Der Inhaber eines Metallbaubetriebes spricht von „kalter Enteignung“. Die Einschränkungen seien mit der Rechtskraft eines neuen Bebauungsplans Rheinblick zu hoch. „Der Denkmalschutz ist einfach verhängt worden, ohne mit mir vorab zu sprechen“, sagt Yoksulian. Deshalb habe er sofort Klage dagegen vor dem Verwaltungsgericht eingelegt. Die Stadt Krefeld will dazu öffentlich nicht Stellung beziehen: „Es handelt sich um ein anhängiges Klageverfahren.“ Zu laufenden Verfahren gebe die Stadtverwaltung keine Stellungnahme ab. Zumal sie in der Vergangenheit schon einige Rechtsstreite mit ihm hatte. Yoksulian hat erfolgreich die Betriebsgenehmigung für sein Gewerbe erstritten und die Bestätigung für die Fehlerhaftigkeit des Bebauungsplans Rheinblick vor dem Oberverwaltungsgericht erhalten.

Yoksulian hatte einst selbst den Denkmalschutz beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege beantragt. „Allerdings für den gesamten Straßenzug, nicht nur für ein einzelnes Gebäude“, erzählt er. Damals sei er noch von einer wirtschaftlichen Nutzung seines Gebäudes ausgegangen, in dem ihm eine Gastronomie vorschwebte. Doch die LEG als damaliger Besitzer des restlichen Howinol-Geländes habe die Unterschutzstellung aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt, weil es ansonsten nicht zu vermarkten sei. Ihm hingegen würden Fesseln in Form von hohen Auflagen auferlegt.

Vor zwei Jahren ist das Areal an Rheinblick-Investor Lutz Remmert verkauft worden. Bis auf das unter Denkmalschutz stehende Lagerhaus dürfen die anderen dazugehörigen Gebäude laut städtischer Genehmigung abgerissen werden. Für Yoksulian misst die Stadt mit zweierlei Maß. Er erwartet, dass die Stadt den Denkmalschutz für seine Gebäude wieder aufhebt und er sie somit wirtschaftlich weiter nutzen kann. Dazu will er nötigenfalls bis vor das Oberverwaltungsgericht ziehen.