Rentnermord in Krefeld: Das fordert die Staatsanwaltschaft für Marco S.

Qualvoll erstickt : Rentnermord in Krefeld: Diese Strafe fordert die Staatsanwaltschaft für Marco S.

Vier Männer und eine Frau sind wegen der Tötung eines Rentners in seiner Wohnung bereits verurteilt worden. Ein weiterer an dem grausamen Raub beteiligter Mann war untergetaucht. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Im Januar war das Urteil gegen vier Männer und eine Frau wegen der Tötung des 79-jährigen Hans Werner L. aus Krefeld gefallen. Die Täter mussten für bis zu 14 Jahre ins Gefängnis. Der Rentner wurde in seinem Badezimmer mit Panzerband gefesselt und erstickte qualvoll. Seit November lief der Prozess gegen einen weiteren mutmaßlichen Tatbeteiligten. Der 54-jährige Marko S. soll ebenfalls an dem Raub mit tödlichem Ausgang im Oktober 2016 beteiligt gewesen sein.

Der Angeklagte war
in Solingen untergetaucht

Am Donnerstag wurden die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft sah die Schuld des Mannes als erwiesen an und hat wegen Raub mit Todesfolge eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren beantragt. Der Verteidiger hat keinen konkret bezifferten Antrag gestellt, jedoch sah er die Tat nicht als einen Raub mit Todesfolge an. Der Prozess gegen Marko S. konnte erst später beginnen, da der Mann untergetaucht war und erst im Mai in Solingen festgenommen werden konnte: Er hatte sich dort bei Verwandten versteckt.

Bande hoffte auf wertvolle Antiquitäten in der Wohnung

Er ist der Ehemann der zu 14 Jahren Haft verurteilten Iwona G. (53) aus Krefeld. Während der Tat soll Marko S. im Auto vor dem Haus an der Drießendorfer Straße gewartet haben. Er soll die Beute auch weggefahren haben – gehofft hatten die Täter auf wertvolle Antiquitäten, die es aber in der Wohnung nicht gab. Später soll er versucht haben, die geraubten Gegenstände zu Geld zu machen.

Mittäter hatten Marko S. in dem Prozess schwer belastet. Der Bochumer Mariusz F. (44), der für die Tat eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, stellte S. und seine Frau als Auftraggeber der Tat dar. Man habe sich aus einem Kiosk gekannt. Später habe man ihm 25 000 Euro dafür geboten, dass er den Zugang zur Wohnung des Rentners herstellt und ihn fesselt. Der Tod des alten Mannes sei aber nicht geplant gewesen. Das Urteil soll am Freitag verkündet werden.

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