WZ-Marktbummel: Reibekuchen - schön knusprig und heiß begehrt

WZ-Marktbummel: Reibekuchen - schön knusprig und heiß begehrt

Krefeld. Es wird kälter, der Wind bläst um die Ecke. Die Kunden auf dem Bockumer Wochenmarkt pusten abwechselnd in die Hände oder auf das — so heißt es dort — leckerste Kartoffelgericht, das es überhaupt gibt: die Reibekuchen.

Eine andere Version lautet: Sie sind wohl das Knusprigste, was der Kartoffel passieren kann.

Am Stand von Jennifer Peters-Langhoff werden sie in der kalten Jahreszeit besonders gerne gekauft: heiß und sehr knusprig. Während einige Kunden gleich am Stehtisch neben dem Verkaufswagen schmausen, nimmt Ulrich-Josef Schmidtke gleich zehn Stück, um sie nach Hause zu tragen. „Sie sind so lecker“, sagt er. „Wir essen sie nicht alle selbst. Ich bringe auch welche für die Nachbarn mit. Sie sind alt und können selber keine mehr zubereiten.“ Dann eilt er davon, damit die kleinen Kuchen schön heiß bleiben.

Hilde Baumann steht im Wagen und backt die rohe Kartoffelmasse aus. „Ab 11.30 Uhr geht das hier nonstop“, erzählt sie. „Dann stehen die Leute Schlange. 24 kann ich gleichzeitig backen. Wir haben übrigens viele Stammkunden, die für andere etwas mitnehmen. Zweimal im Monat kommt eine Frau, kauft gleich 40 Stück und verteilt sie an die Nachbarn.“

Baumann ist sicher, dass die kleinen knusprigen Dinger so gut schmecken, weil sie selbst gemacht sind. „Wir bekommen die geriebene Kartoffelmasse vom Bauern und geben dann Zwiebeln, Gewürze, Eier und Mehl hinzu, die in einer großen Maschine untergemengt werden. Sie haben keinen Geschmacksverstärker, sind Natur pur.“

Sie empfiehlt, nicht so viel Fett zum Ausbacken zu nehmen. „Wir benutzen Rapsöl, das sehr heiß wird. Aber nicht so viel, dass die kleinen Kuchen wie Berliner Ballen schwimmen. Ein guter Reibekuchen braucht vier Minuten.“ Zum Öl sagt Baumann, dass vielen Menschen das gute Fett fehlt. „Reibekuchen sind auch längst nicht so kalorienhaltig wie eine Currywurst. Sie saugen sich nur voll, wenn sie nicht heiß genug gegart werden.“

Drei Reibekuchen gibt es am Stand für drei Euro. Für Apfelmus, Rübenkraut oder Preiselbeeren kommen noch einmal 50 Cent hinzu. Ketchup oder Zaziki serviert sie bei ihrem traditionellen Gericht nicht. „Dann empfehlen wir für zu Hause lieber eine Scheibe Lachs.“