Rastplatz A 57: Ausbau könnte im Frühjahr starten

Baumaßnahme : A57-Ausbau startet im Frühjahr

Die sechsspurige Erweiterung der Autobahn zwischen dem Kreuz Meerbusch und Oppum soll Mitte 2023 beendet sein. Der Bau der großen Tank- und Rastanlage beginnt frühestens im Jahr 2021.

Die Krefelder und vor allem die Oppumer Bürger werden bald mit einer jahrelang andauernden Baustelle vor ihrer Stadt zu kämpfen haben. Da für den sechsspurigen Ausbau der A57 zwischen Kreuz Meerbusch und Oppum Baurecht vorliegt, könnten die Arbeiten dort – vorausgesetzt, die Bundes-Gelder fließen pünktlich – im Frühjahr 2019 starten und Mitte 2023 beendet sein. Losgelöst von dieser Maßnahme kann der Bau der großen Tank- und Rastanlage auf der östlichen Seite – wenn alles optimal läuft  – frühestens 2021 beginnen. Bauzeit hier: drei Jahre.

Die Erweiterung der Autobahn hat noch weitere Auswirkungen. Hiervon sind die Geismühle selbst und ihr Betreiber, der zuständige Bauverein, stark betroffen. „Die neuen 7,50 Meter hohen Lärmschutzwände werden unseren Mühlen-Flügeln viel Wind nehmen“, ärgert sich Vorsitzender Helmut Späth. „Unser Wunsch innerhalb des Planfeststellungs-Verfahrens, die Höhe der Wände auf 4,50 Meter zu begrenzen, wurde nicht berücksichtigt.“

Engagierte Bürger
restaurieren Mühlen-Ruine

Die Mühlen-Ruine sei in Eigeninitiative engagierter Bürger restauriert worden, berichtet er weiter. „Einige der Vorstandsmitglieder haben sogar das Müller-Handwerk erlernt, um die Mühle betreiben und Korn zu Mehl und dann zu Mühlenbrot verarbeiten zu können.“

Dazu sagt Athanasios Mpasios, Projektleiter von Straßen NRW: „Wir werden den Lärmschutz komplett entlang der alten Rastanlage errichten. Durch jede Lücke schlüpft der Lärm durch, wenn wir etwas freilassen würden. Die 7,50 Meter Höhe müssen sein, um die Bürger in Alt-Oppum und Bösinghoven nicht im Lärm stehen zu lassen. Wir haben ein Bundes-Emissionsschutz-Gesetz zu beachten.“

Er berichtet jedoch, dass die Lärmschutzwand auf Höhe des historischen Bauwerkes transparente Elemente enthalten werde, die den Blick auf die Mühle im Vorüberfahren gestatten. Kapelle und Geismühle werden wegen der durchgezogenen Lärmschutzwand auch nicht mehr von der Autobahn aus zugänglich sein. Der Weg führt jenseits der Wand entlang. Die Parkplätze fallen weg. Mpasios: „Auf dieser westlichen Seite wird es künftig nur noch Kurzzeitparkplätze, eine Tankstelle und einen Shop mit Toiletten geben. Wer mehr möchte, kann eine Brücke, einen neuen so genannten Überwurf, auf die östliche Seite und den großen Rastplatz nutzen. Der Überwurf wird Richtung Kamp-Lintfort versetzt, die alte Brücke beseitigt.“

Planer und Planfeststeller Thorsten Rischerau berichtet: „Die neue Tank- und Rastanlage entsteht etwa viermal so groß wie die alte. Sie bietet Raum für 177 Autos und 154 Lastwagen. Es gibt fünf Parkplätze für Busse, sechs für Frauen, sieben für Behinderte und zehn für Kurzzeitparken.“ Mpasios ergänzt: „21 Millionen Euro wird sie kosten. Nächstes Jahr soll der Erörterungstermin sein. Dann wird mit den Bürgern gesprochen, die Einwände angemeldet haben.“ Darunter sind auch die Vorstände des Bauvereins Geismühle. Rischenau: „Neben den Parkplätzen wird es eine ganz neue Raststätte mit Terrasse geben, auch eine neue Kapelle wird auf der anderen Seite errichtet.“

Ausgleichsflächen als Ersatz
für Eingriff in die Natur

Das alte Rasthaus wird abgerissen. Ausgleichsflächen als Ersatz für den Eingriff in die Natur werden Gebiete von insgesamt 5,7 Hektar umfassen.

Zurück zur A57: „Der Ausbau der Autobahn beinhaltet nicht nur die Arbeiten an der Fahrbahn im laufenden Verkehr, was immer schwieriger ist als ein Neubau, sondern im genannten Bereich unter anderem auch den Neubau von zwei Brücken, Lärmschutz und Landschaftspflege“, sagt Oliver Fellinger, Projektplaner beim Landesbetrieb Straßen NRW.

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