Randstraße: Bodengutachten im Umfeld geplanter Kita liegen nach Ostern vor

Umwelt : Randstraße: Bodengutachten liegt nach Ostern vor

Umfeld des geplanten Kindergartens ist untersucht worden. Schwermetalle schlummern in der Erde.

Nach Ostern werden endlich die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen im Umfeld der geplanten Kindertagesstätte Randstraße vorliegen. Das erklärte der zuständige Umweltdezernent Thomas Visser auf Nachfrage unserer Redaktion. Damit kommt wieder Bewegung in ein Projekt, das schon seit Jahren für Diskussionen sorgt.

Ein Kindergarten wird in diesem Bereich gebraucht, berichtet Bezirksvorsteher Klaus Menzer (SPD). „Deshalb warten wir auch auf das Umweltgutachten. Von den Ergebnissen hängt dann der Bau der Kita ab.“

Pläne dazu gibt es an dieser Stelle schon lange. 100 Plätze soll der neue Kindergarten haben. Es liegt auch schon ein gültiger Bebauungsplan vor. Doch das dafür ausgeguckte Gelände nahe der Bezirkssportanlage gilt als problematisch: Dort hat es in den 1950er Jahren in „Lunkebeins Kull“ eine Mülldeponie gegeben, weshalb bis heute Chemikalien und Schwermetalle tief in der Erde schlummern.

Bereits 2011 hatte ein Umweltgutachten festgehalten, dass der Boden in dem betroffenen Bereich 90 Zentimeter tief ausgekoffert werden muss. Nach dem Austausch des Bodens und dem Einbau einer „Grabesperre“ könne das Gelände als Bauplatz genutzt werden.

Sonden-Bohrungen und Grundwasser-Untersuchungen

Dagegen hatte es Bedenken von Anwohnern gegeben. „Diese Erkenntnisse haben wir daher in das Verfahren eingebracht“, sagt Thomas Visser. Die jetzt abgeschlossenen Untersuchungen fanden nicht auf dem eigentlichen Kindergartengelände, das ja schon begutachtet worden war, sondern auf dem benachbarten Sportgelände und im anliegenden Wäldchen statt. „Wir haben eine Verpflichtung zur Gesundheitsvorsorge“, sagt Visser dazu.

Es gab hunderte Sonden-Bohrungen bis in eine Tiefe von 1,50 Metern. Auch das Grundwasser wurde an mehreren Stellen untersucht. Sollte eine Belastung des Grundwassers vorliegen, sei eine größere Sanierung erforderlich, sagt Thomas Visser.

Falls die Chemikalien dagegen fest im Boden liegen, reiche der vom Gutachter vorgeschlagene Bodenaustausch mit dem Einbau der Grabesperre. Diese verhindert, dass zum Beispiel ein Kind beim Buddeln auf gefährliche Stoffe stoßen kann.

Die Kita-Planung an der Randstraße gehört zu einem Gesamtkonzept, das die Stadt 2017 beschlossen hatte. Danach sollten bis 2019 für eine Summe von zehn Millionen Euro an drei Standorten Kindergärten von einem Generalunternehmer realisiert werden. Der Zeitplan ließ sich aber nicht halten. Zumindest für das kommende Jahr rechnet die Stadt mit der Fertigstellung der Kitas Appellweg und Cäcilienstraße.

Ob und wann an der Randstraße gebaut wird, kann laut Klaus Menzer erst gesagt werden, wenn das Gutachten auf dem Tisch liegt. Bisher gebe es „erhebliche Vorbehalte“ gegen den Standort in der Bevölkerung und bei der CDU. Mögliche andere Standorte seien bislang noch nicht ernsthaft geprüft worden.

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