Pendler Radschnellweg könnte Krefeld mit Mönchengladbach verbinden

Krefeld · In einer guten Stunde mit dem Rad von Krefeld bis Mönchengladbach? Das soll bald möglich sein. Das Ingenieurbüro Berg & Partner hat dazu eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die in diesen Tagen in den Bezirksvertretungen und am Dienstag im Bau-Ausschuss besprochen wird.

 Ein Radler fährt auf einem Teilstück eines neuen Radschnellwegs in Hessen. Spezielle Schnellwege für Radfahrer sollen den Umstieg vom Auto auch für Pendler attraktiv machen. 

Ein Radler fährt auf einem Teilstück eines neuen Radschnellwegs in Hessen. Spezielle Schnellwege für Radfahrer sollen den Umstieg vom Auto auch für Pendler attraktiv machen. 

Foto: picture alliance/dpa/Arne Dedert

Der Kreis Viersen sowie Krefeld, Willich und Mönchengladbach hatten dieses Projekt angestoßen. Die geplante Radschnellverbindung soll mehr Pendler und den Alltagsverkehr vom Auto aufs Rad bringen. Das Land Nordrhein-Westfalen will diese Verkehrsvorhaben finanziell fördern.

Das Vorhaben

Die Innenstädte Krefelds, Willichs und Mönchengladbach werden mit diesem projizierten Weg miteinander verbunden. Je nach Variante ist er 17 bis 17,7 Kilometer lang. Die Route soll entlang wenig befahrener Bahntrassen oder teilweise stillgelegter Gleise verlaufen. In Krefeld mündet der Radschnellweg am Bahndamm an der Alten Gladbacher Straße in die „Krefelder Promenade“, einer schon im Umsetzung befindlichen Radverbindung. Nur 19 Prozent der Strecke werden auf Krefelder Stadtgebiet liegen, der Hauptteil in um Willich herum. Der Weg endet aus Krefelder Sicht am Mönchengladbacher Hauptbahnhof. Erschlossen werden Gewerbegebiete wie das in Münchheide. Insgesamt sollen 24 000 Beschäftigte entlang der Strecke „abgeholt“ werden.

Die Verantwortung

Wenn der Radschnellweg eine regionale Verbindungsfunktion erfüllt, will das Land als Baulastträger einspringen. Für die Städte Krefeld und Mönchengladbach aber gilt wegen ihrer Größe: Ab 80 000 Einwohnern muss die Kommune selbst die Baulast tragen. In Willich aber übernimmt das Land diese Rolle. Art des Radschnellweges:

Wenn möglich, soll die Strecke als Zweirichtungsradweg gebaut werden. Ein aufgemalter Mittelstreifen unterteilt die Fahrtrichtung. Geh- und Radweg werden außerdem streng getrennt. Das gilt auch für den Abstand zu den vorhandenen Straßen. Ein Gehweg soll mehr als 2,5 Meter Breite aufweisen, der Radschnellweg daneben noch einmal bis zu vier Meter. In Teilen wird es auch Fahrradstraßen geben. Dort sollen Radfahrer zwar Vorrecht genießen, Autos dürfen den Weg aber ebenfalls befahren. Diese Wege sind bis zu 4,6 Meter breit. Der Radschnellweg wird mit einer grünen Markierung hervorgehoben. Auch erhält er eigene Piktogramme und Beschilderungen.

Die Merkmale

Die Strecke soll möglichst steigungsarm verlaufen. Die maximale Neigung beträgt sechs Prozent. Mindestens 30 km/h sollen auf dem Radschnellweg gefahren werden können, was auch eine Auswirkung auf die Kurvenplanung hat. Eine gewisse Geradlinigkeit kennzeichnet daher diese Trassen. An Kreuzungen sollen Radfahrer möglichst Vorrecht erhalten. Die Strecke soll hauptsächlich auf Flächen der Deutschen Bahn (entlang parallel der Bahngleise), städtischen Flächen und durch Grünanlagen verlaufen.

Die Strecken in Krefeld

Es gibt zwei Varianten: Die Möglichkeit A ist 3,29 Kilometer lang und verläuft vom Anschluss Krefelder Promenade an der Alten Gladbacher Straße innerhalb des Ortes parallel der vorhandenen Bahngleise auf existierenden gemeinsamen Geh- und Radwegen. Ein Zweirichtungsradweg ist vorgesehen mit vier Meter Breite plus 2,5 Meter zusätzlichem Gehweg daneben. Per Unterführung, die an der genannten Stelle in Tackheide wohl noch verbreitert werden müsste, wird die Trasse später auf die Westseite der Bahngleise geleitet. An Tackheide und dem Hauptfriedhof vorbei geht es Richtung Süden, wo schließlich die Autobahn 44 unterquert und es auf Willicher Gebiet weitergeht. 3,72 Millionen Euro Kosten sind für den Bau auf Krefelder Fläche berechnet.

Die zweite Möglichkeit unterscheidet sich von der obigen an der Stahlwerkstraße. Dort soll eine 632 Meter lange Fahrradstraße entstehen. An der B57 in Tackheide würde diese Alternative nach Westen erst auf die Gladbacher Straße abbiegen, dann erneut nach Süden führen in die erwähnte Stahlwerkstraße. Über einen Waldweg würde dann die vorgesehene Trassierung entlang der Bahngleise Richtung Autobahn 44 wieder erreicht. Diese 3371 Meter lange Gesamtstrecke würde 2,86 Millionen Euro kosten.

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