Radfahren soll sicherer werden

Radfahren soll sicherer werden

Mit einer Fahrradoffensive machen die Sozialdemokraten einen Vorstoß für Radschnellwege. Diese sollen die Stadtteile untereinander und Krefeld mit anderen Kommunen verbinden.

Wer schon einmal in den Niederlanden gewesen ist, wird sich bestimmt an diese Radwege erinnern: roter Untergrund, breit asphaltiert, mitunter sogar ein Mittelstreifen wie auf einer normalen Straße für den Automobilverkehr. Radschnellwege durchziehen die Landschaften. Im westlichen Nachbarland genießen die Radfahrer einen weitaus höheren Stellenwert als hier. Sie fahren teilweise auf nur für sie breit angelegten Strecken.

In Nordrhein-Westfalen gibt es erst drei Kommunen mit Radschnellwegen. Bochum hat nun einen 900 Meter langen Abschnitt in Planung genommen. Die Krefelder Sozialdemokraten haben just einen Vorstoß gemacht. Die „Fahrradoffensive“, mit der innerstädtische Ziele, die Stadt mit dem Umland und die Stadtteilzentren miteinander verknüpft werden sollen. Die „Rahmenbedingungen von Radfahrern im Stadtverkehr sollen dort optimiert werden, wo es sinnvoll und nötig ist“, fordert Fraktionschef Benedikt Winzen.

Andreas Domanski, ADFC

Die Fahrradoffensive ist das Ergebnis einer Konferenz der SPD-Bezirksvorsteher. Man wolle sich nun die vorhandenen Radtrassen in die Innenstadt und in die Nachbarkommunen von der Verwaltung darstellen und Sanierungsbedarf ermitteln lassen. Zudem sollen Ausbauvarianten und Entwicklungsschritte in allen Stadtteilen aufgezeigt werden. Anträge seien bei den Bezirksvorstehern eingebracht worden. Ziel sei es, das Radfahren insgesamt sicherer und attraktiver zu machen und eine echte Alternative zum Auto zu bieten.

„Radschnellwege sind gleichermaßen für Pendler-, Einkaufs-, Freizeit-, oder Tourismusverkehre nutzbar und erweitern die Multimobilität“, heißt es von der SPD. Dabei ist auch das Ansinnen zweier großer Achsen im Konzept enthalten. Eine führe dann von Nord nach Süd, die andere von Ost nach West. „Es sind erste Ideen. Sie befinden sich noch im frühen Stadium“, sagt Björn Rüsing, Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Rat, „die Fachexpertise der Verwaltung wird gebraucht.“

Ziel sei es aber auch, die kleinen und vorhandenen Wege sicherer zu machen. Und die Kosten? „Das kann man derzeit in diesem Stadium noch schlecht absehen“, sagt Rüsing. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Krefeld begrüßt den Vorstoß der SPD. Vorsitzender Andreas Domanski: „Die Ertüchtigung der bestehenden und der Bau von weiteren leistungsfähigen Radachsen zwischen den Stadtteilen und der Innenstadt ist ein wichtiger Baustein, um mehr Menschen im Alltag und in der Freizeit aufs Rad zu bringen und die vielen unnötigen Autofahrten zu vermeiden.“

Der „FahrRad“-Aktionskreis Krefeld aus Vertretern der SPD, Grüne, Linken, BUND, ADFC und Naturschutzbund (Nabu), hat einen Vier-Phasen-Plan erarbeitet. Kurz gefasst: Sanierung von Radwegen, Barrierefreiheit auf und entlang der Pisten, mehr Markierungen, Betonung zentraler und autofreier Achsen, angelegte Fahrradstraßen. Angefangen an den vier Wällen bis hin in die Stadtteile. Dazu soll auch später die Verknüpfung mit öffentlichen Verkehrsmitteln geschehen sowie die Verbindung mit Radschnellwegen umliegender Kommunen.

Von der Stadt Krefeld und Planungsdezernent Martin Linne war bis Donnerstag keine Einschätzung oder Beurteilung zu erfahren.

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