Prozess: Krefelderin soll Kinder mit Gürtel geschlagen haben

Misshandlung : Mutter soll ihre Kinder mit Gürteln geschlagen haben

Eine Mutter soll ihre Kinder immer wieder misshandelt haben. Die zwei heute Elf- und Zwölfjährigen haben Narben am ganzen Körper davongetragen.

Im Jahr 2000 verbot der Gesetzgeber die Züchtigung von Kindern mittels Gewalt. Seitdem haben Mädchen und Jungen laut Paragraf 1631 II des Bürgerlichen Gesetzbuches das „Recht auf eine gewaltfreie Erziehung“. Wer trotzdem die Hand erhebt, macht sich strafbar. Genau deswegen muss sich eine 42-jährige Krefelderin seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Der Mutter von fünf Kindern wird die Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

In einem Zeitraum vor September 2016 soll sie laut Anklage vor allem zwei Kinder, die heute elf und zwölf Jahre alt sind, mit Elektrokabeln und Gürteln immer wieder geschlagen haben. Sie sollen dabei Narben am ganzen Körper davon getragen haben.

Dem elfjährigen Mädchen habe die Frau laut Anklage ein Ohr so heftig umgeknickt, dass sich durch den Bluterguss eine Entzündung bildete, die zu einer dauerhaften Entstellung des Ohres führte. „Das Leiden ihrer Kinder ignorierte die Angeklagte aus Gefühlskälte und dem Streben nach Dominanz“, sagte die Staatsanwältin bei der Anklageverlesung.

Kinder befinden sich seit 2016 in der Obhut des Jugendamtes

Alle Kinder der Angeklagten befinden sich seit September 2016 in der Obhut des Jugendamtes. Die Krefelderin ließ über ihren Anwalt mitteilen, dass es keineswegs so sei, dass sie ihre Kinder über einen längeren Zeitraum geschlagen habe. Nur zweimal habe sie bei den Jungen und das Mädchen mit einem Elektrokabel gezüchtigt. Einmal wegen eines Diebstahls, den ein Kind begangen haben soll, und einmal, weil sie partout nicht auf sie hören wollten.

Die Mutter habe in diesen Situationen einen Nervenzusammenbruch erlitten und sei mit ihrem Nachwuchs überfordert gewesen. „Sie hatte vorher erfolglos versucht durch Gespräche auf die Kinder einzuwirken“, sagte ihr Verteidiger. Sie seien verhaltensauffällig gewesen. Mehrfach habe es mit ihnen auch Ärger in der Schule gegeben.

Der Prozess soll am Mittwoch, 31. Oktober, fortgesetzt werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung