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Protest gegen Werbetafel

Protest gegen Werbetafel

80 Krefelder folgen dem Aufruf von Thilo Forkel und machen ihrem Ärger gegen die geplante Leuchtreklame in Oppum Luft.

Die erwarteten 800 Demonstranten sind zwar nicht gekommen, aber gute 80 haben den Weg an die Hauptstraße gefunden, um ihrem Unmut über die geplante Werbetafel im Kreuzungsbereich Luft zu machen. Eine ganze Reihe Christdemokraten ist darunter. Sie tragen Transparente mit der Aufschrift: „Sicherheit statt Kommerz“. Viele Polizisten sind vor Ort, die die Strecke zwischen Heinrich-Malina-Straße und Untergath absperren. Mitglieder anderer Fraktionen in der Bezirksvertretung sind nicht gekommen, auch der Vorsteher fehlt. Aloys Bushuven sagt zu seiner Teilnahme an der Demonstration: „Ich finde es schon jetzt schwierig, den parallel zur Autobahn verlaufenden Fahrradweg im Blick zu haben. Wenn die Werbetafel kommt, die ablenkt, ist das noch schwieriger. Ich bin hier, um dem vorzubeugen. Das ist besser, als später die Leute ins Krankenhaus zu bringen.“

Sophia Breuer wohnt direkt in diesem Bereich: „Hier passieren so viele Unfälle. Die Ablenkung durch die Werbetafel ist ein Sicherheitsrisiko. Jeder guckt hin und die Sekunde reicht schon, um unaufmerksam zu sein.“ Tanja Kerl und Hannelore Prade sagen: „Wir sind gegen Werbetafeln überhaupt und hier ganz besonders. Thilo Forkel, CDU-Sprecher in der Bezirksvertretung (BZV) und Initiator der Demonstration, ist mit dem Verlauf der Veranstaltung mehr als zufrieden. „Es geht mir nicht um die Anzahl der Leute, die gekommen ist, sondern darum dem Willen der Bevölkerung zu entsprechen. Während wir gute Gespräche mit dem Betreiber der Werbetafel hatten, kam von der Stadt noch keine Reaktion.“

Dabei sei die Werbetafel bereits am 14. September Gegenstand in der BZV gewesen. Forkel steht mit einem Megaphon auf einem Anhänger und hält eine zündende Rede: „Diese Kreuzung ist die gefährlichste, die wir in Oppum haben. Der Verkehr nimmt Jahr für Jahr zu und die Unfälle häufen sich. Das ist das Gefühl der Oppumer.“ Diese Stelle werde von der Polizei als „sehr kritisch“ bewertet.

Die Beamten hätten über die Tafel „nicht zu befürworten“ geurteilt. „Wir wissen, dass die Ampelphasen zudem so kurz sind, dass sie fußläufig nicht zu schaffen sind, geschweige dann von älteren Menschen, die vom Seniorenheim zum Friedhof möchten.“ Das bestätigt Wolfgang Franssen: „Zur kurzen Ampelschaltung donnern noch die Lkw vorbei.“ Forkel fragt die Erschienenen: „Das alles geschieht ohne Werbetafel. Wie mag es denn sein, wenn diese Werbetafel hier steht? Stadtverwaltung und Oberbürgermeister, die das hier entschieden haben, wussten nichts von Unfällen hier? Stand doch in der Zeitung. Oder war ihnen das egal. Hauptsache, das Geld fließt in die Kasse — auch wenn es Menschenleben fordert.“ In Kürze werde die Gesamtschule für über 16 Millionen Euro erweitert. „Die Stadthat uns mitgeteilt, dass sie von bis zu 1200 Schülern besucht wird. Diese Kinder müssen zum Teil mit ihren Fahrrädern über diese gefährliche Kreuzung.“